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TSV Hannover-Burgdorf Rauschender Auftakt für die "Recken"
Sportbuzzer TSV Hannover-Burgdorf Rauschender Auftakt für die "Recken"
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00:15 07.09.2016
Von Carsten Schmidt
Treffsicher zum Auftakt: "Recke" Kai Häfner.
Treffsicher zum Auftakt: "Recke" Kai Häfner. Quelle: Imago
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Göppingen

Es ist ein Ergebnis zum Augen reiben und Zunge schnalzen: 34:23 für die TSV Hannover-Burgdorf, in einem Auswärtsspiel der Handball-Bundesliga. Die „Recken“ sorgten zum Auftakt der Saison für den Paukenschlag in der „stärksten Liga der Welt“ – und das nicht bei einem unbedarften und unerfahrenen Neuling, sondern beim etablierten Traditionsclub Frisch Auf Göppingen. Die Württemberger gewannen im Frühjahr den EHF-Europapokal und landeten in der Bundesliga-Abschlusstabelle 2015/2016 als Sechster einen Platz vor der TSV.

Auch der hannoversche Trainer Jens Bürkle konnte diesen rauschenden Auftakt nicht so recht glauben. „Es war das erste Mal, dass ich aus Göppingen Punkte mitgebracht habe“, sagte der 35-Jährige. Bürkle stammt aus Schwaben und legt gerade in die Duelle mit den Klubs aus dem Südwesten einen besonderen Ehrgeiz. „Da unten kennen mich viele Leute, da möchte ich schon lachend auch die Halle verlassen.“

Am Sonnabend gegen 21.45 Uhr strahlte aber nicht nur Bürkle, die ganze Mannschaft feierte und tanzte ausgelassen auf dem Parkett der EWS-Arena. Eindrucksvoll hatten Kapitän Torge Johannsen und seine Kollegen bewiesen, dass ihrer Ankündigung „Wir wollen unsere Chance nutzen“ Taten folgten. Vor allem Kai Häfner fühlte sich wie Bürkle richtig wohl in seiner alten Heimat. Der frühere Göppinger warf acht Tore für die TSV. „Die Olympioniken sind fit, man merkt, dass sie schon eingespielt sind“, sagte Bürkle lobend nicht nur über den Halbrechten aus dem deutschen Bronze-Team, sondern auch über die dänischen Olympiasieger Casper Ulrich Mortensen und Morten Olsen.

Der „Recken“-Trainer bemühte sich aber auch Sonntag, die Euphorie über den gelungenen Start zu dämpfen. „Göppingen hat einen ganz schlechten Tag erwischt, und wir haben auch Fehler gemacht, die sie nicht genutzt haben, beispielsweise in der Abwehr“, sagte er.

Angesichts der Ausgangsposition mit drei verletzten Stammkräften (Csaba Szücs, Joakim Hykkerud, Lars Lehnhoff) vollzog sich der Auftritt in Göppingen bemerkenswert reibungslos. Früh gingen die Gäste in Führung, schon nach 15 Minuten stand es 8:4,zur Halbzeit hieß es 17:11 und nach 45 Minuten 26:17. „Wir können uns bei den Fans nur für diese Leistung entschuldigen“, sagte Göppingens Trainer Magnus Andersson. Einen Wermutstropfen gab es auch aufseiten der Hannoveraner: Mait Patrail und Sven-Sören Christophersen zogen sich Handverletzungen zu. „Beide werden am Montag untersucht“, sagte Bürkle.

Bürkle wünscht sich, dass der Auftritt der „Recken“ die Fans in Hannover zum Heimspielauftakt gegen Flensburg mobilisiert. „Für mich sind die Schleswig-Holsteiner Titelfavorit“, sagte der Trainer. „Ich hoffe auf eine volle Halle.“

Tore für die TSV Hannover-Burgdorf: Häfner (8), Mortensen (6/1), Johannsen (5/4), Karason, Kastening, Olsen (alle 4), Patrail (2), Böhm – Zuschauer: 4400 – Zeitstrafen: Göppingen 0/Hannover 4 – Nächstes Spiel: TSV Hannover-Burgdorf – SG Flensburg/Handewitt (Sbd., 19 Uhr, Swiss-Life-Hall).

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