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TSV Hannover-Burgdorf Mortensen erklärt seine Tränen nach Pokalsieg
Sportbuzzer TSV Hannover-Burgdorf Mortensen erklärt seine Tränen nach Pokalsieg
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19:01 19.10.2017
Hat richtig Spaß: Recken-Linksaußen Casper Mortensen freut sich nach einem Treffer am Mittwochabend im Pokalsieg gegen den THW Kiel.
Hat richtig Spaß: Recken-Linksaußen Casper Mortensen freut sich nach einem Treffer am Mittwochabend im Pokalsieg gegen den THW Kiel.  Quelle: Joachim Sielski
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Hannover

Es sah so aus, als hätten Sie nach dem Abpfiff sogar Tränen in den Augen gehabt. Was war da los?

Das war einfach ein krasses Spiel, da kriegst du einfach ein paar Emotionen. Ich hab ein bisschen geweint, das stimmt. Vor Freude. Das kam einfach. Wir wissen noch genau, wie scheiße das in der Rückrunde lief, und jetzt ist die Saison bisher so überragend. Ich war einfach so stolz auf die ganze Mannschaft und weiß, wie viel das für den Verein bedeutet, Kiel zweimal zu schlagen. Und auch für mich war das ein Traum, sie in so einem Spiel zu schlagen. Da bin ich ein bisschen emotional geworden.

Die "Recken" schlagen im DHB-Achtelfinale THW-Kiel mit 24:22.

Emotionen gehören ja zu Ihrem Spiel. Nach Toren brüllen Sie neuerdings immer „Vamos“, also „Vorwärts“ aus spanisch. Haben Ihnen das die neuen spanischen Trainer Carlos Ortega und Iker Romero beigebracht?

Das ist eigentlich schon viel älter. Als ich in Silkeborg gespielt habe, war Kristian Kjelling mein Mitspieler. Der hatte zuvor in Spanien gespielt und das immer gesagt. Das hab ich mir dann angewöhnt. Das ist einfach ein geiles Wort, voller Emotionen. Ich spiele halt mit vielen Emotionen, mit so einer Körpersprache, die sagt: Gib Gas. Da passt das gut. Da merke ich dann auch selbst, dass der Fokus stimmt. Natürlich will ich auch den Zuschauern ein bisschen Show bieten. Gegen Kiel waren fast 6000 da, die willst du mitreißen, damit sie dich dann mitreißen mit Stimmung. Und jetzt haben wir auch noch zwei spanische Trainer, da passt das erst recht perfekt ... Okay, vielleicht mache ich es ein bisschen extra! (lacht)

Warum läuft’s denn jetzt so gut bei Ihren Recken?

Da steckt jede Menge harte Arbeit drin. Das liegt auch an den neuen Trainern, die einen tollen Job machen. An den zwei super Kreisläufern, das bedeutet viel. Jeder kennt in dem System seine Rolle, jeder weiß genau, was er in welcher Situation machen soll. So sind wir ein gefährlicher Gegner für jeden.

Vor allem die Abwehr funktioniert. Das kommt Ihnen als Außenspieler ja besonders entgegen ...

Wir spielen zwar eine klassische 6:0-Decken, aber viel offensiver, mit mehr Druck. Das kommt mir wirklich entgegen, weil wir beim Ballgewinn dann natürlich schnell umschalten. Die Abwehr-Idee von Carlos und Iker passt wirklich super zu meinem Spiel.

Haben Sie denn noch ausgiebig gefeiert nach dem Pokal-Sieg gegen Kiel?

(lacht) In der Kabine war natürlich extrem viel Freude bei allen, und da haben wir auch ein Bier getrunken. Das war ganz locker, mehr kann ich dazu aber nicht sagen.

Es fehlt nur noch ein Sieg bis zum Final-4. Das war immer der große Traum der Recken, da einmal hinzukommen ...

Das ist natürlich immer noch der Traum, und der Traum lebt. Warum sollte das nicht klappen, wenn wir auch Kiel schlagen können? Wir hoffen auf eine gute Auslosung. Es sind noch gute Mannschaften drin, aber alles ist möglich. Wir können zwar gegen jede Mannschaft auch verlieren, wenn wir nicht von beginn an mental voll da sind. Aber wir können eben auch gegen jeden Gegner gewinnen. Und wir werden daraus lernen, wie wir letzte Saison gegen Leipzig im Viertelfinale rausgeflogen sind. Da waren wir mental eben nicht richtig da, diesmal werden wir 100 Prozent fokussiert sein und Vollgas geben. Egal, gegen wen es dann geht. Wir haben im Moment einfach ein sehr großes Selbstvertrauen.

Von Jonas Szemkus