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TSV Hannover-Burgdorf Olsen will mit Recken Kiel rauswerfen
Sportbuzzer TSV Hannover-Burgdorf Olsen will mit Recken Kiel rauswerfen
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19:28 17.10.2017
PACKEND:Spielmacher Morten Olsen glänzte zuletzt beim Sieg gegen die Füchse Berlin. Heute will er mit den Recken den großen THW aus dem Pokal werfen. Quelle: Petrow
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Herr Olsen, herrscht eine besondere Aufregung vor dem Pokalspiel?

Am Ende ist es ein Spiel wie alle anderen, denn man will ja immer alle Spiele gewinnen. Ob in der Liga oder im Pokal. Der Unterschied im Pokal ist: Wenn man verliert, muss man ein Jahr auf das nächste Spiel warten (lacht).

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Haben Sie sich zur Vorbereitung das Spiel Kiel gegen Flensburg in der Champions-League angeschaut?

Ich hatte nur den niedrigen Halbzeitstand von 9:7 gesehen und mich gewundert. Das war schon ungewöhnlich. Da habe ich natürlich den Fernseher eingeschaltet, um zu gucken, was da vor sich geht (lacht). Kiels Torwart Niklas Landin hat überragend gehalten. Aber wir haben kurz zuvor beim Sieg gegen Berlin auch überragend gespielt.

Wie wichtig war der Sieg gegen die Füchse?

Sehr wichtig. Davor hatten wir zwei mal verloren. Da merkt man, dass es keinen Spaß macht, zu verlieren. Wir haben die richtige Antwort gegeben gegen Berlin.

Die Recken haben diese Saison auch schon Kiel besiegt. Hilft das im Pokal?

Wir sind optimistisch nach diesem Saisonstart. Dass wir auch in Kiel gewonnen haben, zeigt, dass wir auch am Mittwoch gewinnen können. Es wird natürlich unfassbar schwierig, zweimal hintereinander Kiel zu schlagen. Vor dem Sieg in der Liga im September hatten wir nie gegen Kiel gewonnen. Wenn man dann einmal gewonnen hat, weiß man, dass man es erneut schaffen kann. Beim zweiten Mal wird es natürlich nicht leichter, aber wir haben mehr Selbstvertrauen.

Kiel schwächelt etwas, ist Hannover sogar Favorit?

Ich glaube nicht. Kiel hat die bessere Mannschaft, die besseren Spieler. Trotzdem: Wir spielen zu Hause, fühlen uns stark, haben gute Chancen. Es ist ein 50:50-Spiel.

Ein Element des Recken-Erfolgs ist das Spiel über den Kreis. Sie als Spielmacher bedienen die Kreisläufer. Auch schon unter Trainer Jens Bürkle, einst selber Kreisläufer, wurde viel über die Mitte gespielt. Warum läuft es jetzt besser?

Taktisch haben wir da gar nicht so viel verändert, nur Kleinigkeiten. Aber die zwei neuen Kreisläufer, Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic, sind für das Positionsspiel besser als die Spieler, die wir die letzten Jahre hatten. Beide haben eine sehr gute Spielintelligenz. Sie haben uns nach vorne gebracht.

Oder liegt es auch daran, dass sie persönlich spielfreudiger wirken als noch in der letzten Rückrunde?

Ich weiß es nicht. Aber es war sicher eine schwierige Zeit. Wir haben eine gute Hinrunde durch die miserable Rückrunde weggeschenkt. Es macht überhaupt keinen Spaß, wenn man alles gibt und versucht – und trotzdem reicht es nicht für einen Sieg.

Ihr Mitspieler und Konkurrent auf der Spielmacher-Position Pavel Atman fällt nach der Fuß-OP lange aus. Spüren Sie die größere Verantwortung, die auf Ihnen lastet?

Das bedeutet, dass ich mich auf jeden Fall fit halten muss, sonst sieht es ein bisschen dünn aus auf der Position (lacht). Wir hätten Pavel gerne dabei, weil er ein sehr guter Spieler ist. So müssen wir wahrscheinlich bis zur Rückrunde auf ihn warten. Meine Rolle als Spielmacher, den Angriff zu steuern ist sehr groß. Aber diese Rolle erfülle ich gerne.

Im Sommer sagte Linksaußen Casper Mortensen überschwänglich, auf die Recken warte eine „überragende Saison“. Sie saßen damals daneben und haben etwas gelacht. Hat ihr Mitspieler trotzdem recht gehabt?

Der Saisonstart war überragend. Das für die ganze Saison zu sagen, wäre viel zu früh. Aber wir haben schon gegen neun Teams der letztjährigen Top Ten gespielt. Und davon sieben Spiele gewonnen. Das ist tatsächlich schon überragend.

Von Simon Lange