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Fußball-EM 2012 Auf diese Zweikämpfe kommt es an
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08:12 13.06.2012
Von Heiko Rehberg
Foto: Die Teamkollegen Philipp Lahm und Arjen Robben treffen am Mittwoch auf der linken deutschen Abwehrseite aufeinander.
Die Teamkollegen Philipp Lahm und Arjen Robben treffen am Mittwoch auf der linken deutschen Abwehrseite aufeinander. Quelle: dpa
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Danzig/Charkow

Man könnte den deutschen Fußball-Nationalspielern vor dem EM-Gruppenspiel gegen die Niederlande einfach zurufen: „Macht’s noch einmal wie im November.“ Man muss nur aufpassen, dass Oliver Bierhoff das nicht hört, sonst droht Ärger.

Im November vergangenen Jahres hatte Deutschland die Niederländer schwindelerregend auseinandergenommen und mit 3:0 besiegt. Doch der Nationalmannschaftsmanager warnte am Dienstag nachdrücklich davor, den Abend in Hamburg zum Maßstab für den Abend in Charkow zu machen. „Wir wären verrückt zu glauben, dass das Spiel ähnlich laufen wird. Jetzt ist es eine Turniersituation. Es wird sehr viel härter werden“, sagte Bierhoff.

Gewonnen wird das EM-Spiel gegen die Niederlande in den wichtigen Duellen auf dem Platz. Fünf Zweikämpfe, auf die es ankommt:

Philipp Lahm gegen Arjen Robben

Bayern unter sich heißt es auf der linken deutschen Abwehrseite. Der Vorteil: Lahm weiß, was der Niederländer für Tricks drauf hat. Der Nachteil: Umgekehrt gilt das genauso. Lahm hat im ersten EM-Spiel gegen Portugal eine für seine Verhältnisse fehlerhafte und unkonzentrierte Vorstellung gezeigt. Aber kann sich jemand an zwei schlechte Spiel des Kapitäns hintereinander erinnern?

Über Robben sagt Lahm: „Er ist einer der Besten.“ Er weiß, dass der Niederländer „am liebsten innen vorbeigeht“, also mit dem Ball am Fuß von rechts nach links schwenkt, um eine Lücke für den Torschuss zu finden. Die enge Ballführung und seine Schnelligkeit lassen Robben trotzdem oft durchkommen mit der bekannten Finte. Spannend dürfte es werden, sollten die Niederländer einen Elfmeter bekommen: Würde sich Robben trauen?

Mats Hummels gegen Robin van Persie

Schön ist, wenn man als Trainer den besten Torjäger der Bundesliga (Klaas-Jan Huntelaar) und den besten Torjäger der Premier League (van Persie) im Aufgebot hat. Schlecht ist, wenn man wie Bondscoach Bert van Marwijk ein System spielt, in dem nur Platz für einen von beiden ist. Die Torjägerfrage hat die Niederländer entzweit, gegen Dänemark (0:1) spielte van Persie, damit ist auch heute zu rechnen.

Die besten Tipps dürfte Hummels vom Kollegen Per Mertesacker bekommen, der mit dem Niederländer beim FC Arsenal in London spielt. „Robin ist ein begnadeter Stürmer, der in gewissen Situationen instinktiv reagiert“, sagt Mertesacker, „er reagiert auf deine Bewegung und hat einen unglaublichen linken Fuß, schirmt den Ball gut ab, löst sich schnell Richtung Tor.“ Das hört sich nach jeder Menge Arbeit für Hummels an, den großen Gewinner des deutschen Auftaktspiels gegen Portugal.

Sami Khedira gegen Wesley Sneijder

Als der Deutsche vor zwei Jahren zu Real Madrid wechselte, dachten viele: Er wird schnell wieder zurückkommen. Doch Khedira, bereits bei der WM 2010 mit starken Leistungen, hat sich in Spanien nicht nur einen Stammplatz erkämpft, er hat auch an Klasse gewonnen. Bundestrainer Joachim Löw sagt, dass er und Bastian Schweinsteiger sich im Mittelfeld abwechseln sollen, wenn es darum geht, wer offensiver und wer defensiver spielt. Gegen Sneijder wird Khedira mehr Zeit hinten verbringen. Der Niederländer ist der Macher im Mittelfeld, und er kann etwas, was Khedira noch nicht beherrscht: Sneijder ist ein extrem guter Distanz- und Freistoßschütze.

Mesut Özil gegen Mark van Bommel

In den Niederlanden haben sie ein bisschen gebraucht, um zu ahnen, dass der Routinier, der im Mittelfeld die Probleme beseitigen soll, selbst ein Problem ist. Van Bommel ist mit 35 Jahren viel zu langsam, für Mesut Özil mit seinen schnellen, eleganten Wendungen müsste das eigentlich wie ein Geschenk sein. Doch der Deutsche wird auch Mut brauchen, denn in Zweikämpfen ist van Bommel nicht zimperlich. Dass van Marwijk den Routinier auf der Bank lässt, ist unwahrscheinlich: Wer legt sich schon mit seinem Schwiegersohn an?

Mario Gomez gegen Joris Mathijsen

Man kennt sich aus der Bundesliga. Mathijsen hat einst für den HamburgerSV verteidigt. In der ersten EM-Partie fehlte er angeschlagen, heute wird er Ron Vlaar in der Innenverteidigung ablösen. Mathijsen ist ein sehr guter Kopfballspieler, was ihm gegen Gomez helfen wird. Und auch gegen Miroslav Klose, falls der für Gomez spielen oder eingewechselt werden sollte. Fans des Hamburger SV wissen aber: Mathijsen ist nicht der Schnellste. Und nicht immer kann er diese Schwäche mit seinem guten Stellungsspiel kaschieren.

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