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Fußball-EM 2012 Löws Abmachung mit Merkel
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20:39 19.06.2012
Von Heiko Rehberg
„Das ist für uns ein ganz normales Spiel“: Bundes­trainer Joachim Löw auf der Pressekonferenz. Quelle: dpa
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Danzig

Der Bundestrainer sah sich am Dienstag genötigt, vor dem EM-Viertelfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Freitag gegen Griechenland etwas klarzustellen. Joachim Löw und Bundeskanzlerin Angela Merkel verbindet seit ein paar Jahren eine freundschaftliche Beziehung, man schätzt sich und schickt sich gegenseitig schon mal eine SMS auf das Handy. „Wir haben aber eine Abmachung“, sagte Löw, „Angela Merkel redet mir nicht in die Aufstellung und die Taktik hinein - und ich gebe keine politischen Statements ab.“ Merkels großes Thema ist derzeit nicht die „Euro“, sondern der Euro, die Kanzlerin wird als Glücksbringerin am Freitag in Danzig deshalb auch fehlen. Merkel kann sich nicht auch noch damit beschäftigen, wie Löw und seine Spieler in Danzig den griechischen Abwehrriegel knacken können, ihr geht es politisch ja auch eher um das Gegenteil, denn sie muss die Griechen in Europa im Rennen halten.

Vor allem auf dem Boulevard in Deutschland und Griechenland wird in diesen Tag viel heiße politische Luft in das sportliche Duell geblasen. Löw ist das nicht entgangen, er sagte deshalb: „Das ist für uns ein ganz normales Spiel.“ Ist es natürlich nicht, „es ist ein K.-o.-Spiel, das hat immer einen anderen Charakter“, sagte der 52-Jährige. Löw wollte nur verdeutlichen, dass es sich in Danzig um ein Fußballspiel handeln wird, nicht um eine politische Großveranstaltung.

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Mit dem Gruppensieg in der Vorrunde hat die deutsche Mannschaft nicht nur ihr erstes Ziel erreicht, sie hat sich einige Unannehmlichkeiten erspart. Das Danziger EM-Stadion ist nur elf Kilometer vom deutschen Mannschaftsquartier im Stadtteil Oliwa entfernt, theoretisch können die Spieler mit ihren Mountainbikes dort hinfahren. „Wir haben die ganze Zeit ein bisschen auf dieses Spiel geschielt“, erzählte Löw, denn Strapazen wie vorher bei den drei Reisen in die Ukraine gibt es diesmal nicht. Und in einem möglichen Halbfinale ginge es nach Warschau, was ebenfalls schnell zu erreichen ist - und nicht nach Donezk, das als Gruppenzweiter als Spielort gedroht hätte.

Löw hat bei der EM bereits zwei Spiele in Danzig gesehen, mitgebracht hat er von dort eine gute Nachricht: Welt- und Europameister Spanien, dessen Spiele gegen Irland (4:0) und Kroatien (1:0) sich der Bundestrainer dort angeschaut hatte, kann erst in einem Finale der Gegner werden. Und auch eine andere Gewissheit dürfte Löw nicht unpassend kommen: Die spanischen Kurzpasskünstler erscheinen derzeit keineswegs unschlagbar.

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