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Hannover-Marathon Rückblick 2011: Lusapho April gewinnt den Hannover-Marathon
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16:53 24.04.2013
Von Carsten Schmidt
Foto: Lusapho April kostet seinen Sieg aus.
Lusapho April kostet seinen Sieg aus. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Ein gute Endzeit bei einem Stadtmarathon ist eine Wissenschaft für sich. Es reicht nicht nur, ein paar Topläufer zu verpflichten. Darüber hinaus sind viele „Hasen“ nötig – Läufer, die das Tempo für die potenziellen Sieger vorgeben.
Zum gestrigen TUIfly-Marathon hatte Athletenverpflichter Christoph Kopp gleich zwei Dutzend Afrikaner nach Hannover geholt mit streng verteilten Aufgaben. Dabei sollten Jason Mbote und John Kelai (beide Kenia) mit den schnellsten gemeldeten Zeiten die Hauptrolle spielen. Doch sie hatten eine Tagesform nur für die Ränge 6 und 7, ihren Part schnappte sich ein Südafrikaner mit dem beziehungsreichen Namen Lusapho April. „April, April“, hieß es in der Schlussphase, als der 28-Jährige einen Mitläufer nach dem anderen aus einer ursprünglich 20-köpfigen Spitzengruppe abhängte. Zwei Kilometer vor dem Ziel hatte sich nur Peter Kirui an seine Fersen geheftet – und der 21-jährige „Marathon-Frischling“ aus Kenia wurde mit einer Steigerung auf 2:09:35 Stunden und dem 2. Platz belohnt.

Doch April war an diesem Tage einfach nicht zu stoppen. Der Südafrikaner bestätigte die Weisheit, wonach aller guten Dinge drei sind, und schnappte sich bei seinem dritten Start in Hannover den Sieg mit Hausrekord von 2:09:25 Stunden. Dass die Streckenbestmarke (2:08:52) nicht fiel, war Nebensache angesichts der unbändigen Freude, mit der der Gewinner ins Ziel lief. April ließ sich schon Meter vorher abklatschen, hob die Arme in die Höhe und bekreuzigte sich hinter dem Zielstrich. „Das war ein prima Rennen“, sagte er später, nachdem er ausgeschnauft hatte. Auch der böige Wind und die für die Läufer etwas zu hohen Temperaturen nahe 25 Grad Celsius hatten ihm wenig ausgemacht. Und ein Sieg gegen Kenia? „Nein, das ist nichts Besonderes“, sagte April. „Ich freue mich, dass ich mein Bestes gegeben habe.“

Der Südafrikaner Lusapho April und Georgina Rono aus Kenia haben den 21. Hannover-Marathon gewonnen - Rono gelang dabei eine neue Streckenbestmarke. Insgesamt nehmen am Sonntag mehr als 15.000 Sportler an dem Lauf-Wettbewerb in den verschiedenen Disziplinen teil, Zehntausende Schaulustige gucken den Läufern zu.

Ihr Bestes gab bei den Frauen auch Georgina Rono. Und für die Kenianerin, die wesentlich erschöpfter das Ziel erreichte, gab es als Lohn der Anstrengung tatsächlich die Sonderprämie von 2500 Euro für einen neuen Streckenrekord von 2:31:19 Stunden. Außer sich vor Freude feierte Emma Quaglia aus Italien im Ziel ihren 3. Platz nach 2:33:23 Stunden. „Eine solche Zeit in meinem ersten Marathon kann ich kaum glauben“, sagte die 31-Jährige. Katharina Heinig aus Frankfurt indes, zehn Jahre jünger und mit 2:42:10 Stunden beinahe neun Minuten langsamer, haderte trotz eines tapferen Rennens. „Drei Kilometer vor dem Ziel konnte ich auf einmal nicht mehr auftreten“, sagte die Tochter der einstigen Weltklasseläuferin Katrin Dörre-Heinig und beste Deutsche in Hannover. Doch aufgeben wollte sie nicht.

Belohnt wurde für seinen Durchhaltewillen auch Rene Jäger (Garbsener SC), mit 2:39:39 Stunden schnellster Niedersachse und drittbester Läufer ohne afrikanische Wurzeln. Und im Halbmarathon gab es sogar einen veritablen Hannover-Festtag: Bei den Männern lag Dirk Schwarzbach (TSV Kirchdorf, 1:10:23) vor dem Klubkollegen Thomas Bartholome, schnellste Frau über 21,1 Kilometer war Katrin Kreil (96) nach 1:20:29 Stunden.