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Olympia 2010 Ammann feiert zweites Gold
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22:39 20.02.2010
Simon Ammann Quelle: afp
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Acht Jahre nach Salt Lake City und eine Woche nach seinem Sieg vom kleinen Bakken machte der 28-Jährige seinen zweiten goldenen Doppel-Coup perfekt. Der 28-Jährige übertrumpfte damit den legendären Finnen Matti Nykänen mit seinen drei Einzel- Siegen. Keinen Aufwind für das Teamspringen am Montag bekamen die deutschen „Adler“: Wie 2006 blieben sie ohne Einzel-Medaille. Nur Michael Neumayer überzeugte als Sechster. Vom Psychokrieg mit der österreichischen Konkurrenz um seine Skibindung zeigte sich Ammann unbeeindruckt. Mit 144 Metern im ersten und 138 bei verkürztem Anlauf im zweiten Durchgang flog er allen auf und davon. Silber und Bronze gingen wie schon vom kleinen Bakken den Polen Adam Malysz und an den Österreicher Gregor Schlierenzauer. Thomas Morgenstern, der vor vier Jahren in Turin gewonnen hatte, belegte nur Platz acht. Der fünfmalige Vierschanzen-Tourneesieger Janne Ahonen bekam wegen eines Sturzes im Probedurchgang Knieprobleme und musste auf den zweiten Sprung verzichten. Er bleibt in seiner großartigen Karriere ohne olympische Einzelmedaille; sein Comeback hat sich nicht bezahlt gemacht.

Michael Uhrmann und Martin Schmitt, die beiden Mannschafts- Olympiasieger von 2002, büßten schon im ersten Durchgang bei Rückenwind alle Chancen ein. „Vom technischen Ablauf her war das mein bester Sprung hier, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass wir gute Bedingungen hatten“, sagte Schmitt. Der 32-Jährige aus Furtwangen stürzte nach zunächst 122,5 Meter dann aber im zweiten Sprung auf 108 Metern ab. Er enttäuschte als 30. noch hinter Neumayer (Berchtesgaden/zweimal 130 Meter) und dem Oberhofer Stefan Wank (127,5+110) auf Rang 28.

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Die deutschen Medaillen-Gewinner von Vancouver

Michael Uhrmann aus Rastbüchl, der auf der Kleinschanze als Fünfter überzeugt hatte, wurde 25. und bedauerte: „Es war nicht möglich, vorne reinzuspringen. Bei den Bedingungen hätte ich auch zuhause bleiben können. Schmitt wollte trotzdem für das Teamspringen nicht schwarz sehen: „Heute war nichts zu gewinnen, am Montag gibt’s was zu gewinnen.“

Ammann ließ schon im ersten Durchgang alle weit hinter sich und meinte verschmitzt: „Das war mehr Skifliegen als Skispringen.“ Er war wieder mit der umstrittenen Ski-Bindung angetreten: Die Jury hatte dem Weltcup-Führenden nach der Qualifikation am Freitag grünes Licht gegeben, nachdem die Schweizer selbst eine Überprüfung des Materials beantragt hatten. Damit kamen sie einem Protest der Österreicher zuvor, den Cheftrainer Alexander Pointner angedroht hatte. „Die Verantwortlichen des Internationalen Skiverbandes haben gestern Fakten geschaffen. Der ÖSV wird unabhängig vom Wettkampfverlauf auf einen Protest gegen das von Simon Ammann verwendete System verzichten“, teilte der Österreichische Skiverband schon vor dem Medaillenkampf mit. „Ich glaube, den Simon beeindruckt diese Diskussion nicht“, hatte Routinier Schmitt prophezeit - und er behielt recht.

dpa