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Olympia 2010 Friesinger-Postma rutscht aus - Gold für Kanada
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10:09 19.02.2010
Ging leer aus: Die 16-malige Weltmeisterin Anni Friesinger-Postma. Quelle: dpa
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Nach einem „Seuchenjahr“ mit Verletzungen am rechten Knie und linken Knöchel sowie der Schweinegrippe reichte es für die 16-malige Weltmeisterin Anni Friesinger-Postma am Donnerstag (Ortszeit) über 1000 Meter nur zu Platz 14. „Top sechs hatte ich mir vorgenommen, Platz 14 ist schon eine Riesenenttäuschung“, sagte Friesinger-Postma. „Ich hoffe nur, dass ich meine zweite Chance über 1500 Meter nutzen kann.“

Top-Favoritin Christine Nesbitt gewann vor 7000 begeisterten Zuschauern im Richmond Olympic Oval das dritte Gold für Gastgeber Kanada. Die 24-jährige Weltcup-Seriensiegerin holte in 1:16,56 Minuten auch den ersten Olympiasieg für ihr Land auf dieser Strecke. Silber und Bronze gingen an die Niederländerinnen Annette Gerritsen (1:16,58) und Laurine van Riessen (1:16,72).

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Friesinger-Postma beendete ihr Rennen nach 1:17,71 Minuten. Ein Ausrutscher hatte sie aus dem Rhythmus gebracht. „Nach 300 Metern war alles vorbei. Der Riesenstolperer hat mich aus dem Konzept gebracht.“ 500-Meter-Weltrekordlerin Jenny Wolf war von vornherein chancenlos und wollte nach ihrem verpasste Gold auf ihrer Spezialstrecke „Olympia nur noch genießen“: Sie wurde auf der ungeliebten Strecke 17. Ihre Berliner Vereinskollegin Monique Angermüller belegte Rang 22.

Nach den vielen Verletzungsproblemen war Friesinger-Postma verunsichert in das Rennen gegangen. Vor allem den explosiven Abdruck beim Start konnte sie in den zurückliegenden Wochen kaum trainieren, um ihr Knie nicht unnötig zu strapazieren. Daher hatte 33-Jährige bereits im Vorfeld ihre Zielstellungen vom Olympiasieg über 1000 Meter relativiert: Der Fokus ist nun mehr auf die 1500 Meter ausgerichtet. Nach jeder Trainingseinheit hatte sich Friesinger-Postma Mut zugesprochen. „Die Tendenz ist steigend“, verkündete sie, auch wenn sich in ihre Läufe oft kleinere Fehler einschlichen. Im Weltcup konnte die 33-Jährige in dieser Saison über 1000 Meter nur Rang sieben als beste Platzierung vorweisen.

Auf die Unterstützung von Ehemann Ids Postma musste das Glamour Girl des Eisschnelllaufs in der schwierigen Zeit weitgehend verzichten, da sich der Olympiasieger aus dem friesischen Daersum um seinen Bauernhof mit über 300 Rindern kümmern musste. Noch hat Friesinger-Postma aber die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er am Sonntag für die 1500 Meter zu einem Kurztrip nach Kanada kommt. „Das wäre eine riesige Motivation für mich.“

Trotz aller Rückschläge kämpfte Friesinger-Postma um ihre Form: Bei ihren vierten Winterspielen will sie sich unbedingt einen respektablen Abgang von der olympischen Bühne verschaffen. Da konnte sie auch nicht tolerieren, dass nicht ihr Vertrauensarzt für das Olympia-Team nominiert wurde. Strikt weigerte sie sich, die Dienste von dem in den Fall Claudia Pechstein verwickelten Gerald Lutz in Anspruch zu nehmen und stellte sich damit mutig gegen die Meinung der Verbandsführung und die der meisten Mannschaftskollegen.

„Die Temporunden waren zuletzt genauso, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich war überzeugt, dass sie ganz vorn ankommen wird. Das kann bei diesem Feld Platz eins sein - aber auch Rang acht“, hatte Friesinger-Postmas niederländischer Trainer Gianni Romme vor dem Rennen gesagt und damit vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Ihr Manager Klaus Kärcher hingegen hoffte vor allem, dass das Knie den Belastungen standhält: „Wenn es da ein Problem gegeben hätte, wären ja alle Hoffnungen auch für die 1500 Meter und das Team geplatzt.“

dpa