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Olympia 2010 Österreich feiert Gold, Riesch ohne Medaille
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21:22 20.02.2010
Gold für Andrea Fischbacher. Quelle: ap
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Die 24-Jährige bewahrte am Samstag nicht nur rot-weiß-rot vor dem nächsten Fiasko, sondern setzte auch ein kleines Stück Olympia-Familientradition fort. Die zweimalige Weltcupsiegerin ist die Großcousine des Ski-Heroen Hermann Maier. Silber ging an die Slowenin Tina Maze, Bronze an die Amerikanerin Lindsey Vonn. Für die Partenkirchenerin Riesch gab es nach dem Olympiasieg in der Super-Kombination in ihrer derzeit schwächsten Disziplin als Achte nichts zu holen.

„Bei Olympia ist es egal, ob man Vierte, Fünfte oder Sechste wird“, sagte Riesch, die in dieser Saison in fünf Super-G-Rennen nur einmal in die Top 10 gefahren war. „Ich kann das schon verschmerzen. Es war keine perfekte Fahrt, ich habe oben zu viele Fehler gemacht.“ Ganz anders als Fischbacher, die mit deutlicher Bestzeit Vonn aus der Position der Führenden verdrängte. Sie ließ sie sich rücklings in die Bande fallen und schrie die Freude lauthals hinaus. Einen Tag nach dem Super-G-Debakel der Herren mit Benjamin Raich auf Platz 14 als bestem Austria-Crack gab es endlich das ersehnte Gold in der für Österreich wichtigsten Wintersport-Disziplin - wenngleich das Abschneiden der Herren in der Öffentlichkeit höher bewertet wird.

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Nur einen Tag nach dem Debakel der Herren retteten die österreichischen Damen die Super-G-Bilanz der stärksten Ski-Nation - Gold für Andrea Fischbacher.

Vor dem Rennen auf dem Kurs, den der österreichische Trainer Jürgen Kriechbaum gesetzt hatte, kam Fischbacher am besten zurecht. Von einem „Anti-Vonn-Kurs“ war vorher schon gesprochen worden, aber ganz so schlimm war es dann doch nicht. Denn mit Bronze holte sich Vonn nach Abfahrts-Gold immerhin die zweite Medaille auf der kräfteraubenden Damen-Piste „Franz’s Run“. Hinten raus wurden die Lichtverhältnisse besser, was vor allem Maze zu nutzen wusste, die sich noch an Vonn vorbei schob. Aber Gold ging wie 2006 (Michael Dorfmeister) auch nach den 2139 Metern in Whistler wieder an Österreich.

Vor dem Rennen lobte Stechert noch eine „super“ Strecke und einen „coolen Lauf“, aber unter dem Strich kam wie in der Abfahrt wieder nichts raus. „Ganz zufrieden bin ich natürlich. Das war ein bisschen eine durchwachsene Fahrt“, sagte die einmalige Weltcupgewinnerin nach einem Rang jenseits der Top 10. Nach einer Fahrt voller Fehler war der Wettkampf für Rebensburg am Ende eher eine Hangbesichtigung für den Riesenslalom am Mittwoch, wo sie mit Weltmeisterin Kathrin Hölzl zu den deutschen Medaillen-Hoffnungen zählt.

Die deutschen Medaillen-Gewinner von Vancouver

Rebensburg bleibt immerhin noch der Riesentorlauf, regelrechter Olympia-Frust dürfte bei Katharina Dürr geherrscht haben. Wegen der wetterbedingten Verlegung hat das 20 Jahre alte Ski-Talent in der Super-Kombination nicht starten können und musste zur Vorbereitung auf die Slalom-Ausscheidung nach Nakiska reisen. Und dort verlor sie die Quali-Rennen gegen Junioren-Weltmeisterin Christina Geiger und Fanny Chmelar im Kampf um die zwei Startplätze im Torlauf neben Maria und Susanne Riesch.

In diesem Slalom hofft die komplette Familie Riesch auf einen neuen Winterspiel-Coup. Nach Marias Gold war mit den Eltern nur ein kurzes Telefonat drin, am Samstag waren Papa und Mama live dabei. Zu feiern gab es (noch) nichts Neues in Whistler - vielleicht aber am Freitag im Slalom.

dpa