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Olympia 2010 Slalom-Weltmeisterin Riesch greift nach Olympia-Gold
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15:39 12.02.2010
Maria Riesch (l) will ihre Konkurrentinnen Anja Paerson und Emily Brydon abhängen. Quelle: dpa
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Gleich bei ihrem ersten Start greift Maria Riesch am Sonntag (Abfahrt 19.00 Uhr/Slalom 22.00 Uhr) in der Super-Kombination zu Edelmetall. „Ich habe gute Chancen. In der Abfahrt bin ich gut drauf und auch im Slalom, wenn auch nicht ganz so wie im Vorjahr“, sagte die 25 Jahre alte Skirennfahrerin vor ihrem ersten Olympia-Rennen überhaupt. Für die Slalom-Weltmeisterin geht es in Whistler um Edelmetall, für Stephan Keppler ist am Samstag in der Abfahrt (20.45 Uhr/MEZ) ist ein Top-10-Platz das große Ziel. Hier sind Asse wie Michael Walchhofer (Österreich) oder Didier Cuche (Schweiz) gegen die kanadischen Gastgeber die Favoriten.

Acht Jahre liegt das letzte olympische Edelmetall eines deutschen Alpinen zurück. Martina Ertl-Renz holte 2002 in Salt Lake Bronze in der Kombination. Den Schwung aus dem WM-Jahr 2009, in dem neben Riesch auch Kathrin Hölzl Weltmeisterin wurde, nahm der Deutsche Skiverband (DSV) in den Weltcup-Winter mit - und will jetzt auch bei Olympia wieder punkten. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, wieder zu den besten Sportarten in Deutschland zu zählen. Dazu gehört auch, dass man bei Olympia um die Medaillen mitfährt“, sagte DSV-Alpin- Direktor Wolfgang Maier. Riesch zählt er zu den besten drei Kombiniererinnen. Bei Keppler ist er froh, dass erstmals seit der Zeit von Olympiasieger Markus Wasmeier wieder ein Abfahrer regulär für Winterspiele qualifiziert ist.

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Kurz vor ihrem ersten Olympia-Start und der vielleicht größten Chance auf Gold war Maria Riesch nicht nur voller Zuversicht, sondern auch ein wenig über sich verwundert. „Ich bin selber überrascht, dass ich im Moment noch relativ locker bin. Ich glaube, das liegt daran, dass ich weiß, ich bin überall gut drauf und habe viele Chancen“, sagte die 25-Jährige. Bei der ersten von fünf Damen- Entscheidungen sind - trotz ihrer Schuhrandprellung - Doppel- Weltmeisterin Lindsey Vonn (USA), Medaillen-Spezialistin Anja Pärson (Schweden) und WM-Gewinnerin Kathrin Zettel (Österreich) die wohl härtesten Konkurrentinnen.

In der Abfahrt gewann die 25-jährige Riesch in St. Moritz das letzte Weltcup-Rennen vor den Winterspielen und im Slalom ist sie als Weltmeisterin ohnehin Spitzenklasse. „Und wenn was daneben gehen sollte, ist das nicht der Weltuntergang“, nahm die 13-malige Weltcup- Gewinnerin sich etwas Druck. Schließlich hat sie vier zusätzliche Starts und dabei mindestens zwei weitere sehr gute Edelmetall- Chancen. „Ich träume von einer Goldmedaille. Das ist das große Ziel, aber planen kann man das nicht.“

Kanadas Alpin-Asse gehen dagegen einen Schritt weiter. „Eine Goldene ist der Plan und dafür kämpfen wir“, sagte Manuel Osborne- Paradis, der zusammen mit Robbie Dixon aus Whistler, Erik Guay und Jan Hudec für die erste Abfahrts-Goldmedaille Kanadas sorgen könnte.

Trotz aller Pläne gibt es aber auch eine große Unbekannte: Das Wetter. Schon im Training sorgte es für Probleme. Der erste Testlauf wurde vorzeitig beendet. Beim zweiten mussten die Skirennfahrer vor dem Ziel abschwingen. Der Heim-Vorteil der Kanadier, die im Gegensatz zu den anderen Nationen schon im Vorfeld auf der Dave-Murray-Piste hatten trainieren können, ist dadurch wohl noch ein Stück größer. „Bei einer Olympiade kann viel passieren, vor allem wenn das Wetter verrückt spielt“, sagte Keppler.