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Olympia 2010 Vierte Pleite für DSV-Skijäger - Russe holt Gold
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21:21 21.02.2010
Der Russe Jewgeni Ustjugow jubelt. Quelle: dpa
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Beim Olympiasieg des Russen Jewgeni Ustjugow im Massenstart über die 15 Kilometer vor dem Franzosen Martin Fourcade und dem Slowaken Pavol Hurajt hatte der dreimalige Turin-Olympiasieger Michael Greis 35 Sekunden Rückstand nach drei Schießfehlern. Als Zehnter war er aber einmal mehr bester deutscher Skijäger.

„Ich habe gute Rennen gemacht, aber nach ganz vorne hat es nicht gereicht. Das i-Tüpfelchen hat gefehlt“, sagte Greis, der sich bei Olympia viel mehr vorgenommen hatte. „Es hat nicht sein sollen. Die Chance war da, das Bemühen auch. Wenn Michi beim dritten Schießen durchgekommen wäre, wäre eine Medaille möglich gewesen“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich.

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Der Schlechinger Andreas Birnbacher (3 Fehler/54,5 Sekunden zurück) lief auf Rang 15, Arnd Peiffer (2/1.08,8) wurde 17. und Christoph Stephan (4/1:35,7) beendete die Einzelrennen auf Rang 23. „Schade. Das dritte Schießen hat ihnen das Genick gebrochen“, meinte IOC-Vizepräsident Thomas Bach.

Sollte es auch im Staffel-Wettbewerb am Freitag nicht klappen, droht ein historisches Debakel. Erstmal seit 42 Jahren würden deutsche Skijäger ohne Edelmetall bei Winterspielen bleiben. „Jetzt müssen wir in der Staffel angreifen“, sagte Greis. Vor vier Jahren noch hatte es für die Männer viermal Gold und einmal Bronze gegeben. Gleich dreimal hatt Greis triumphiert.

Gleich 21 Biathleten blieben beim ersten Schießen fehlerfrei, Greis, Birnbacher, Peiffer und Stephan waren noch dabei. Vor den Augen von Norwegens König Harald V. schaffte Ole Einar Björndalen dieses Kunststück nicht. Simon Eder war erneut der schnellste Schütze beim zweiten Schießen im Liegen. Auch Greis und Peiffer trafen die fünf Scheiben. Das Duo reihte sich auf den Positionen fünf und sieben ein. Birnbacher und Stephan mussten einmal in die Strafrunde.

Arnd Peiffer übernahm wenig später in seinem erst dritten Massenstartrennen überhaupt die Führung. Im Einzel von Ullrich noch geschont, wollte der 22 Jahre alte Debütant Stärke demonstrieren. Als Zweiter kam er zum ersten Stehend-Schießen und musste danach genau wie Greis und Stephan in die Strafrunde. Gleich zwei Extra-Runden durfte Birnbacher drehen.

Nun sind die Weichen für die Zukunft schon gestellt. Uwe Müssiggang wird nach Olympia der neue starke Mann im deutschen Biathlon. „Wir werden eine Mannschaft bilden mit Männern und Frauen gemeinsam. Die wird definitiv der Uwe Müssiggang übernehmen“, kündigte Thomas Pfüller, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), in Whistler an. „Wir sind noch nicht ganz am Ende der Diskussion. Deshalb werde ich erst noch die Wettkämpfe abwarten, bevor ich mich dazu äußere. Aber dann wollen wir ganz schnell Nägel mit Köpfen machen“, sagte Pfüller.

dpa