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Olympia 2010 Viktoria Rebensburg holt Gold im Riesenslalom
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22:27 25.02.2010
Die Alpinistin Viktoria Rebensburg holt beim Riesenslalom-Finale in Whistler die Goldmedaille. Quelle: ap
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Viktoria Rebensburg wusste nach dem Gold-Coup nicht so recht, wie ihr geschah. Trainer und Betreuer hüpften vor Freude Arm in Arm am Pistenrand umher, und Kombinations-Olympiasiegerin Maria Riesch war eine der ersten Gratulantinnen. Unbeeindruckt vom Wetterchaos fuhr die 20-jährige Rebensburg mit einer starken Vorstellung zum Triumph im Riesenslalom. Mit vollem Risiko verbesserte sich das „Schwung-Wunder“ gestern im Finale von Whistler vom 6. auf den Gold-Rang. „Olympiasiegerin. Ich glaub’, dieser Namen gehört nicht zu mir. Das ist unglaublich, der absolute Wahnsinn. Gold ist ein Traum“, schwärmte die Skirennfahrerin, die bei der Blumen-Zeremonie über das ganze Gesicht strahlte und noch einmal die Fäuste ballte.

Die höher gehandelte Weltmeisterin Kathrin Hölzl ging als Sechste ebenso leer aus wie Riesch auf Platz 10. Hinter
Rebensburg sicherte sich die Slowenin Tina Maze vier Hundertstelsekunden zurück die Silbermedaille, Elisabeth Görgl (Österreich) fuhr zu Bronze.
Beim Hundertstel-Krimi im wegen Nebels um einen Tag verschobenen 2. Durchgang behielt Rebensburg den Durchblick. Voll auf Angriff war die dreimalige Junioren-Weltmeisterin gefahren, denn als Sechste des 1. Durchgangs brachte ihr nur das noch die Chance für den nächsten Coup.

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Im Ziel leuchtete die grün unterlegte Bestzeit auf; das „Schwung-Wunder“ ballte die Fäuste und schrie die Freude hinaus. Nun hieß es warten und zittern. „Ich mochte schon gar nicht mehr hingucken“, sagte Rebensburg. Als dann auch die Österreicherin Elisabeth Görgl als Führende des 1. Durchgangs sie nicht mehr verdrängen konnte, war die olympische Freude riesengroß. Rebensburg hockte sich im Zelt auf einen Stuhl und hielt kurz die Hände vors Gesicht. Trainer und Betreuer fielen sich schon am Pistenrand in die Arme und hüpften vor Freude im Schnee.

„Es war nicht unsere Zielsetzung, drei Läuferinnen auf dem Podest zu haben, Ziel war eine Medaille“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Dass die „eine Medaille“ auch noch golden glänzte, war für alle beim Deutschen Skiverband (DSV) besonders schön.

Wie zuletzt in Nagano 1998, als Katja Seizinger das Team zu insgesamt sechs Medaillen führte, gab es wieder zweimal Edelmetall für die DSV-Skifahrer. Nach zwei WM-Titeln vor einem Jahr mischen sie auch bei Olympia wieder bei den ganz Großen mit – und die Medaillenjagd ist dank der ausstehenden Slaloms noch nicht zu Ende.

War Rebensburg bei der WM in Frankreich vor einem Jahr noch von Rang 3 deutlich hinter die Medaillenränge zurückgefallen, so blieb sie diesmal ganz cool. „,Vicky‘ ist eine, die relativ trocken ist“, sagte Maier. Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold hatte die Medaille von der einmaligen Weltcup-Podest-Fahrerin fast erwartet. Der Hang würde „Vicky“ liegen, hatte Berthold prophezeit – und recht behalten. „Ganz überraschend ist es nicht, aber man muss es beim Großereignis erst einmal runterbringen“, sagte Olympiasiegerin Riesch über Rebensburg, die bei der Generalprobe in Cortina im Januar trotz eines „Riesenfehlers“ Zweite geworden war.

Michael Becker / Christian Kunz