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Olympia 2012 0:3-Klatsche für DVV-Männer
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21:23 29.07.2012
Marcus Popp gegen die russischen Spieler Alexander Butko, Maxim Mikhaylov und Alexander Volkov (von links nach rechts). Quelle: dpa
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London

90 Minuten vorher hatte der Mann mit der Nummer 1 sein Team noch euphorisch aus Feld geführt und die deutschen Fans in Usain-Bolt-Pose begrüßt. Die mit viel Vorschuss-Lorbeer und hochgesteckten eigenen Erwartungen gestarteten DVV-Schmetterlinge konnten sich nicht erinnern, wann sie zuletzt mal 0:3 verloren und in zwei Sätzen in Folge keine 20 Punkte geholt hatten. Doch beim Olympia-Start gegen Favorit Russland zeigte das Team von Bundestrainer Vital Heynen die mit Abstand schlechteste Leistung des Jahres. Das 0:3 (29:31, 18:25, 17:25) log in keiner Weise, es spiegelte die Kräfteverhältnisse des einseitigen Matches wieder.

„Wir wussten, dass es schwer wird, dass wir verlieren und schlecht starten können. Aber dass wir gar nicht zu unserem Spiel gefunden haben, ist schon ernüchternd“, sagte Libero Markus Steuerwald: „Wir haben aber noch vier Spiele vor uns, es geht weiter.“ Marcus Popp fand die Stimmung „im Moment erstmal komisch, der Frust sitzt tief“. Aber bis zum zweiten Match morgen (17.45 Uhr/MESZ) gegen die USA werde das Team wieder aufstehen: „Dann müssen wir vor allem besser aufschlagen, dürfen nicht so ängstlich, sondern müssen aggressiver spielen.“ Gegen die russischen Mittelblocker habe man kein Mittel gefunden. „Die waren aber auch gefühlte 2,50 Meter groß“, ergänzte der gebürtige Flöhaer. Bis zu 3,75 m springt zum Beispiel der 2,18 m lange Dimitri Musersky hoch – Wahnsinn. Der am Fuß verletzte Diagonalangreifer Maxim Michailow schmetterte den Deutschen 21 Bälle gnadenlos um die Ohren.

Natürlich war da noch der erste Satz, in dem das DVV-Team 4:1 führte, nach dem 11:16 zurückkam und sechs Satzbälle abwehrte. „Das hat aber Kraft gekostet“, gab Vital Heynen zu bedenken. Der Belgier in Diensten des deutschen Verbandes hatte schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass Teams wie Russland in der Weltliga nicht mit voller Kraft gespielt, sondern sich ganz auf Olympia konzentriert haben. Dies wurde gestern bestätigt. Trotz des 3:2-Erfoges gegen die USA im Vorfeld sieht er sein Team auch morgen als klaren Außenseiter, er setzt vor allem auf die Spiele drei bis fünf, um mit zwei Siegen möglichst ins Viertelfinale einzuziehen. „Unser Traum ist, noch einmal gegen Russland zu spielen.“ Dafür müsste die Männer um Kapitän Björn Andrä ins Halbfinale einziehen. Von einer solchen Sensation waren sie gestern meilenweit entfernt.

Frank Schober

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