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Olympia 2012 Der „Außerirdische“ landet auf dem Boden
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22:51 29.07.2012
Ryan Lochte mit seiner Goldmedaille. Quelle: dpa
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London

Fluchtartig hatte Phelps, der 14-malige Olympiasieger, nach seinem 4. Rang über 400 Meter Lagen das Becken des Aquatics Centre verlassen. Erstmals war er bei Sommerspielen seit dem 16. August 2004 geschlagen worden – und wie. 4,10 Sekunden Rückstand hatte der 27-Jährige auf Lochte, der 4:05,18 Minuten brauchte. „Es ist wirklich frustrierend, so in die Wettbewerbe zu starten“, bekannte der einstige „Außerirdische“,. Und gestern Abend klappte es auch nicht mit dem Gold, obwohl neben Phelps auch Lochte in der amerikanischen Staffel über 4x100 Meter schwamm. Sie unterlagen mit ihren Kollegen dem französischen Quartett, das 45 Hundertstelsekunden schneller war.

Lochte genoss dennoch den Auftakt. „In den vergangenen vier Jahren habe ich hart gearbeitet. Das hat sich letztendlich ausgezahlt.“, berichtete der 27-Jährige. Besondere Erfolgsrezepte habe er nicht, sagte Lochte. Er habe einfach sein Training und seine Ernährung umgestellt: Die Hamburger von Peking sind längst Vergangenheit für den langjährigen Fastfood-Anhänger. „Ich war jung“, meinte Lochte über die lebensfreudigen Jahre von einst.

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Dass seine Familie im Aquatics Centre zuschaue, gebe ihm Kraft und motiviere ihn, betonte der zwölfmalige Weltmeister. Vater Steven R. Lochte erzählte, dass er dem Sohn gesagt habe, er solle „Spaß haben und sein Land präsentieren“. Das gelingt dem Filius bislang perfekt.

Asse aus Fernost:

Dieser Weltrekord wirft Fragen auf. Wie kann eine 16-Jährige im Endspurt schneller schwimmen als Lochte und Phelps? Der Chinesin Ye Shiwen ist eine unglaubliche Leistung bei ihrem Olympiasieg über 400 Meter Lagen gelungen – in der Weltrekordzeit von 4:28,43 Minuten. Auf dem Weg dorthin brachte sie die letzten 50 Meter Freistil in 28,93 Sekunden hinter sich: 17 Hundertstel schneller als Lochte bei seinem souveränen Sieg. Auf ihrer vorletzten Bahn war sie acht Hundertstel besser als Phelps. So etwas war einer Frau noch nie gelungen.

„Wir trainieren sehr gut, auf sehr wissenschaftlicher Basis, deswegen haben wir uns so verbessert“, lautete Yes Erklärung für das Husarenstück. Sie selbst sei es „gewohnt, seit der Kindheit hart zu trainieren“. Doch natürlich wurden Erinnerungen wach an die neunziger Jahre, als das erste chinesische Schwimmerhoch nach zahlreichen Dopingfällen abrupt endete.

Nur hauchdünn um sieben Hundertstelsekunden verpasste Yes Landsmann Sun Yang den Weltrekord von Paul Biedermann über 400 Meter Freistil. Er gewann mit 3:40,14 Minuten das erste Schwimmer-Gold für Chinas Männer.

Sieger aus Afrika:

Cameron van der Burgh hat mit 58,46 Sekunden über 100 Meter Brust für den nächsten phantastischen Weltrekord in London gesorgt. Der Südafrikaner wird von Dirk Lange trainiert, der als Bundestrainer vor den Spielen entlassen wurde.

dpa

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