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Olympia 2012 Deutsche Damen verpassen entscheidende Gruppe
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21:17 29.07.2012
Die Niederländerin Marianne Vos stand auf dem Siegertreppchen. Quelle: dpa
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London

„Verflixt, es war wie gestern, man konnte eine Schablone drauflegen“, sagte Bundestrainer Ronny Lauke aus Leipzig. 24 Stunden nach den Männern verpassten auch die deutschen Frauen die entscheidende Gruppe und schauten in die Röhre, als die Medaillen auf der Mall unweit des Buckingham-Palastes vergeben wurden.

Olympiasiegerin wurde die Niederländerin Marianne Vos, die Anfang Juli bereits den Giro d'Italia dominiert hatte. Deshalb fand die Leipzigerin Judith Arndt den Fehler ihres vierköpfigen Teams auch so unverzeihlich: „Man kann sicher zu viert nicht jede Attacke mitgehen. Aber wenn eine Marianne Vos davonzieht, sollte man schon dabei sein.“

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Als die 36-Jährige im Ziel mit verschmutztem Gesicht diese Worte sagte, zitterte sie vor Kälte am ganzen Körper. War Ms. Sophie im Himmel etwa sauer auf den volltrunkenen Butler James oder die nicht erschienenen Geburtstags-Gäste? Jedenfalls hatte sie wohl alle Schleusen geöffnet und ein heftiges Unwetter auf die Straßen rund um die britische Hauptstadt geschickt. Unter den Umständen gehörte es zu den erfreulichen Nachrichten des Tages, dass Judith Arndt ohne Sturz und unverletzt davonkam. Damit sind die beiden letzten Chancen weiter in Takt, ihre Karriere doch noch mit dem Olympiasieg zu krönen: am Mittwoch beim Straßenzeitfahren sowie am Sonnabend in der Teamverfolgung auf der Bahn.

Gestern blieb den Deutschen wie am Vortag als (schwacher) Trost der Spurtsieg des Hauptfeldes, für den Ina-Yoko Teutenberg die symbolische Holzmedaille einheimste. Glückwünsche zu einem guten vierten Platz wehrte die 38-Jährige indes ab: „Der vierte Platz ist doof, aber wir haben alles gegeben.“

Nachdem das stärkste Trio des Tages mit Vos, der silbernen Britin Armitstead und der bronzenen Russin Zabelinskaja wenige Kilometer nach dem letztmaligen Erklimmen des Box Hills zur entscheidenden Attacke geblasen hatte, reagierten die deutschen Frauen sofort. „Die drei kamen jedoch von hinten angeflogen und hatten ruckzuck zehn Sekunden Vorsprung. Wir haben alles versucht, aber das Loch wurde größer statt kleiner. Die drei sind richtig stark gefahren, das hatte ich so nicht erwartet“, sagte Judith Arndt, die als 37. ins Ziel rollte. In der Stunde der Niederlage würdigte die Zeitfahr-Weltmeisterin die Leistung der drei Besten in höchsten Tönen. Auch das gehört zum viel beschworenen olympischen Geist der Tage von London.

Frank Schober

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