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Olympia 2012 Deutsche Hürdensprinter enttäuschen im Vorlauf
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15:04 07.08.2012
Der deutsche Hürdensprinter Erik Balnuweit enttäuschte im Vorlauf bei den Olympischen Spielen. Quelle: dpa
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London

Dabei hatte die Konkurrenz mitgespielt, wie so oft bei großen Turnieren erreichten acht der 53 Läufer das Ziel nicht, darunter Stars der Szene wie Athen-Olympiasieger Liu aus China. „Wir konnten das Favoritensterben aufgrund individueller Fehler nicht nutzen. Das ist ärgerlich. Ein Fehler reicht – und man ist weg“, meinte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska. Wie die Leipziger schlich auch der Offenburger Matthias Bühler als 30. mit hängendem Kopf aus dem Stadion.

Der deutsche Meister Alexander John redete kurz nach dem Aus Klartext: „Das war ein schlechter Lauf. Wir hatten gute Bedingungen, auch wenn es etwas kühl ist. Aber wir haben einen beschissenen Job gemacht, ganz besonders ich.“ Auch wenn der Start des 26-Jährigen nicht optimal war, lag John an der sechsten Hürde noch aussichtsreich im Rennen, das direkte Weiterkommen schien möglich. Doch er verlor völlig der Tunnelblick, den Fokus auf die eigene Bahn, auf die nächste Hürde. „Wenn man unterschwellig anfängt wahrzunehmen, was um einen herum passiert, dann hat man bei den Geschwindigkeiten keine Chance mehr“, erklärte der Sportsoldat.

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13,53 Sekunden hätten in seinem Lauf für Platz drei gereicht – diese Zeit hatte John im Saisonverlauf serienweise unterboten. Als er vor zehn Tagen in Weinheim in 13,35 seine Bestzeit egalisierte, schien er fit zu sein für Olympia. Doch nun kam der große Einbruch mit 13,67 – das war eine Zehntel zu langsam, um sich über die Zeitregel ins Semifinale der besten 24 zu mogeln. Der EM-Vierte konnte auch nicht annähernd an seine Leistung von Helsinki anknüpfen. „Ich kann und will mein persönliches Versagen nicht auf die besondere Atmosphäre schieben. In Helsinki hatten wir auch viele Zuschauer, bei der WM in Daegu auch“, ergänzte John, der die Erfahrung von je zwei Welt- und Europameisterschaften mitbrachte – die Halle nicht mitgerechnet.

Für seinen Kumpel Erik Balnuweit stand die Halbfinal-Tür am weitesten offen, sein Vorlauf war der langsamste. 13,63 hätten gereicht, doch der 23-Jährige verlor seinen Rhythmus an der fünften Hürde, berührte zu viele Hindernisse und musste sich mit 13,77 begnügen. Vor einem Jahr schien der Knoten mit Platz 17 bei der WM geplatzt, nun der Rückschlag. „Die Vorbereitung war nicht optimal. Ich brauche Wettkämpfe statt in Kienbaum rumzulungern. Ich muss mir überlegen, wie es weitergeht“, will er das ganze Umfeld auf den Prüfstand stellen.

Zunächst ist bei den LAZ-Athleten die Euphorie über fünf Olympia-Tickets einer gewissen Ernüchterung gewichen. Tino Häber will es heute in der Speer-Quali besser machen. Die WM-Zwölfte Cindy Roleder hatte gestern Abend im Halbfinale noch die Chance auf eine Bestzeit.

Frank Schober

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