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Olympia 2012 Glocken läuten Olympiabeginn ein
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11:46 27.07.2012
Auch in Berlin läuteten der britische Botschafter Simon McDonald (l.) und Berlins Innensenator Frank Henkel den Olympiabeginn ein. Quelle: dpa
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London

In das Konzert stimmten Privatleute mit ihren eigenen Glocken, Handy-Klingeltönen und Fahrradklingeln ein. Der „Big Ben“ schlug 40 Mal – so oft wie seit der Beerdigung von König George VI., dem Vater von Queen Elizabeth II., nicht mehr. Damals hatte die Glocke 56 mal geschlagen. Die Aktion des Künstlers und Turner-Preis-Trägers Martin Creed ist Teil der Kultur-Olympiade in Begleitung der Olympischen Spiele.

An diesem Freitag heißt es endlich: Bühne frei für die „größte Show auf Erden“, wie Londons Bürgermeister Boris Johnson die Olympischen Spiele in seiner Stadt nennt. 10.500 Sportler stehen in den Startlöchern, 20.000 Journalisten berichten in alle Welt. Allein die Eröffnungsfeier wird „das größte Fernsehereignis, das dieses Land je gesehen hat“, sagt Organisationschef Sebastian Coe.

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Los geht es um 21 Uhr Ortszeit, in Deutschland ist es dann 22 Uhr. Zwischen Mitternacht und 0.30 Uhr Ortszeit soll die Feier zu Ende sein – für Olympiafans hierzulande wird es also eine Nachtsitzung.

Für die Zeremonie, künstlerisch gestaltet von Starregisseur Danny Boyle, erwartet Coe vier Milliarden Zuschauer in aller Welt – mehr als die Hälfte der Menschheit. Das größte Geheimnis ist dabei noch immer nicht gelüftet: Wer entzündet das olympische Feuer? Bei den Buchmachern ist weiter der fünfmalige Ruder-Olympiasieger Sir Steve Redgrave der Favorit. Auch der zweifache Zehnkampf-Olympiasieger Daley Thompson wird gehandelt.

Die Macher der Olympia-Eröffnungszeremonie geben bis zum Schluss alles, um auch alle anderen Details des Programms geheimzuhalten. Am Donnerstag ließen sie Videos von der Generalprobe vom Internetportal YouTube entfernen. Die Bilder hätten Urheberrechte verletzt, deshalb seien sie nicht mehr zu sehen, hieß es dazu von YouTube.

Zwei Proben hat es im Stadion gegeben, bei denen allerdings einige Szenen ausgelassen wurden, damit tatsächlich niemand von ihnen erfährt. Boyle hatte die Zehntausenden Zuschauer vorher persönlich aufgefordert, nichts von dem zu verraten, was sie sehen. Für den Internetdienst Twitter war der eigene Hash-Tag-Titel #savethesurprise – Rettet die Überraschung – angelegt worden.


Trotzdem sickerten in den vergangenen Tagen Informationen durch. So soll die von Boyle bereits angekündigte typisch englische Landschaft mit echten Schafen und Kühen von einem Bühnenbild abgelöst werden, das die Industrialisierung Großbritanniens zeigt. Eine große Rolle soll die britische Film- und Musikgeschichte spielen. Schon vor Wochen hatte es Spekulationen gegeben, James-Bond-Darsteller Daniel Craig habe im Buckingham Palast unter Mitwirkung der britischen Königin ein Video abgedreht. Gemunkelt wurde, er könnte während der Eröffnung per Hubschrauber ins Stadion eingeflogen werden. Und was macht eigentlich Harry Potter?

Fest steht nur, dass der englische Fußballstar David Beckham an der Zeremonie beteiligt ist. „Ich spiele eine kleine Rolle“, verriet er. Auch Musiklegende Paul McCartney ist dabei. „Doyle hat mich ans Ende gepackt, so viel kann ich verraten“, sagte er.

Oscar-Preisträger Boyle, der mit Filmen wie „Slumdog Millionär“ und „Trainspotting“ bekannt geworden ist, hatte rund 34 Millionen Euro für die Feier zur Verfügung.

dpa/r.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.