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Olympia 2012 Hambüchen top, Toba kämpft
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06:15 01.08.2012
Auch unter erschwerten Bedingungen gelang Fabian Hambüchen ein beeindruckender Auftritt in der Qualifikation der Turner am Sonnabend. Quelle: dpa
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London

„Ich bin super zufrieden. Das übertraf alles, was ich mir nach meiner Verletzung erhoffen durfte“, sagte der Vorzeigeturner Fabian Hambüchen. Hambüchen erfreute sich in der North Greenwich Arena auch familiärer Unterstützung – vom Unterrang aus, weil sein Vater und Heimtrainer Wolfgang nicht vom Deutschen Olympischen Sportbund für die Spiele akkreditiert worden war, zum Ärger des Filius. Doch Hambüchen erzählte später: „Und wenn es noch so laut ist: Wenn ich irgendetwas höre, dann die Stimmen meines Vaters und meines Onkels.“ Zudem habe ihm schon der Blickkontakt zum Vater gutgetan, sagte der Wetzlarer. „Wir verstehen uns eben auch ohne Worte.“

Zudem hatte ihn zuvor Freundin Caroline per SMS darüber informiert, wo die Familie in der Halle saß. „Bis zum Reck war es fürchterlich, nach dem Pauschenpferd war ich ganz entspannt“, schilderte Wolfgang Hambüchen im durchgeschwitzten blauen Poloshirt auf der Tribüne seine Gefühle. Der Trainerfuchs hat allen Grund zur Zuversicht. Sein Sohn ist gut drauf. Vielleicht erlebt er bei Olympia doch noch ein Happy End nach dem Achillessehnenriss Ende 2009 und einer langen Rehabilitation. Hambüchen hat gleich drei Medaillenchancen: in der Mannschaft, als drittbester Qualifikant im Einzel-Mehrkampf und am Reck – dort bekam er in der Ausscheidung die viertbeste Wertung.

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Auch Kollege Nguyen startet im Einzel-Mehrkampf und bekommt sogar am Barren (Fünfter) und Boden (Siebter) noch zusätzliche Auftritte in den Gerätefinals. „Das ist mehr, als ich mir erhoffen durfte“, sagte der Unterhachinger strahlend.

Philipp Boy indes, der als WM-Zweiter im Mehrkampf 2011 ebenfalls Großes vorhatte in London, hätte sich am liebsten in den Katakomben verkrochen. Das große Ziel von einer erneuten Mehrkampf-Medaille war bereits im olympischen Vorkampf geplatzt. Boy stürzte am Sprung und verletzte sich dabei – wie sich gestern herausstellte, handelt es sich um eine Einblutung des hinteren Sprunggelenks mit einer Schwellung. „Irgendwas hat mir in den Fuß reingehauen“, beschrieb er die Situation nach dem Anlauf zum Sprung. „Schon in der Luft habe ich einen Knall gehört.“ Zu allem Überfluss misslang ihm auch noch ein Flugteil am Reck.

In seiner ersten Verzweiflung dachte Boy sogar über ein vorschnelles Karriereende nach. „Mal gucken, wie lange ich das noch mitmache“, sagte er und schrieb wenig später im sozialen Netzwerk Facebook:. „Diese Niederlage tut einfach nur unglaublich weh! Schlechter hätte es nicht laufen können. Warum nur in diesem Jahr? Warum nur?“, schimpfte er.

Tobas Einstand:

Wahrlich keine leichte Aufgabe hatte Andreas Toba bei seinem olympischen Debüt gestellt bekommen. Der Hannoveraner musste als erster Deutscher an die Geräte – und zahlte am Sprung gleich Lehrgeld, als er sich nach einem Kasamatsu mit anderthalb Schrauben auf dem Hosenboden wiederfand. Toba schüttelte kurz den Kopf und ging vom Podium. Auch der zweite Einsatz des 21-Jährigen gelang nicht wie geplant: Nach sehr guten Anfangsbahnen zeigte der elegante Turner nach einer Zweieinhalbschraube eine Rolle vorwärts anstatt eines geplanten Saltos und fiel zu allem Übel auch nach der abschließenden Dreifachschraube wiederum auf den Hosenboden. An den Ringen gelang dem Sportler vom TK Hannover dann eine sehr gute Leistung, seinen schwierigen Doppelsalto gehockt mit zwei Schrauben zum Abgang brachte er perfekt in den Stand.

Famose „Seniorin“:

Oksana Chusovitina darf ihre 18. internationale Medaille ins Visier nehmen. Die 37-Jährige aus Köln steht ebenso wie die 21 Jahre jüngere Kollegin Janine Berger (Ulm) im Sprungfinale. Auch Elisabeth Seitz (Mannheim) erreichte die Endkämpfe im Mehrkampf und am Stufenbarren. Der erstmalige Einzug der deutschen Riege in ein olympisches Teamfinale blieb dagegen ein Traum. Mit 167,331 Punkten blieb ihr der 9. Platz, 0,385 Punkte hinter dem Achten Kanada.

Sandra Schmidt / Frank Thomas

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