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Olympia 2012 Hausding/Klein verpassen Medaille vom Turm
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19:11 30.07.2012
Nicht synchron genug: Auch Hausding und Klein haben keine Medaille für das deutsche Team erringen können. Quelle: dpa
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London

Der Medaillentraum von Patrick Hausding und Sascha Klein platzte beim vierten Sprung. Ein kleiner Wackler beim Eintauchen kostete entscheidende Punkte. Nach der Hälfte der insgesamt sechs Durchgänge hatte das Duo aus Berlin und Riesa beim Synchronspringen vom Turm noch auf Rang drei gelegen und damit die Hoffnungen auf das erste deutsche Edelmetall in London genährt. Am Ende reichte es mit 446,07  Punkten jedoch nur zu Rang sieben. "Wir wussten, dass Deutschland noch keine Medaille hatte, da steigt der Druck natürlich. Der Platz sieht für mich härter aus als das Punktergebnis. Wir sind nicht schlecht gesprungen, haben jedoch einen kleinen Fehler gemacht, der war entscheidend", sagte Hausding mit leiser Stimme.
 
Den Sieg sicherten sich die extrem sicher auftretenden Chinesen Yuan Cao und Yanquan Zhang mit 486,78 Zählern vor den Mexikanern German Sanchez/Ivan Navarro Garcia (468,90) und den US-Amerikanern Nicholas McCrory/David Boudia (463,47). Die Briten Thomas Daley und Peter Waterfield, die von den rund 17.500 Zuschauern im Aquatics Centre frenetisch angefeuert wurden, mussten mit Platz vier zufrieden sein. (454,65).
 
"Drei Nationen sind fast fehlerfrei gesprungen. Wir leider nicht", analysierte Hausding. Von Beginn an lieferten sich die acht Teams einen hochkarätigen Wettkampf mit zunächst wechselnder Führung. Erst lagen die Chinesen vorn, dann das britische Duo. Die Halle stand Kopf. Jeder kannte hier die  Geschichte des gerade 18 Jahre alten Daley, der mit 14 Jahren bereits bei Olympia in Peking gestartet war und 2009 Weltmeister wurde. Im vergangenen Jahr starb Toms Vater und  größter Förderer Rob an einem Gehirn-Tumor . "Es war das schlimmste Jahr meines Lebens, doch heute ist der Tag der Tag", hatte  "Tom the Bomb" noch vorm Wettkampf getwittert.
 
Die Europameister Hausding und Klein absolvierten zwei gute Pflichtsprünge und hatten zur Halbzeit sogar Bronze vor Augen. Doch dann passierte beim dreieinhalb Rückwärtssalto das Malheur. "Sascha hat ein bisschen übergeschlagen, meiner war ein bisschen zu flach", erklärte Hausding. "Das sieht synchron nicht schön aus", ergänzte Klein, der aus Dresden stammt und für den Sportclub Riesa startet. "Der Punktabzug war schwer aufzuholen, auch wenn die letzten beiden Sprung noch einmal topp waren."
 
In Peking hatten beide olympisches Silber gewonnen, obgleich sie erst wenige Monate gemeinsam sprangen. Seither dominierten das deutsche Duo auf europäischer Ebene. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Shanghai gab es ebenfalls Silber. Doch ausgerechnet in London zeigten die Sportsoldaten eine klitzekleine Schwäche. "Der kleinste Fehler kann die Höchststrafe bedeuten, das war heute leider bei uns der Fall", ärgerte sich der Berliner Hausding. Seiner Fußverletzung, die er sich vorm Beginn der Spiele bei einem Treppenausrutscher im Olympischen Dorf zugezogen hatte, räumte der 23-Jährige keine Bedeutung für den Wettkampf ein. Auch Klein (26), musste nach einer Ellenbogenverletzung auf die Zähne beißen.
 
Zwei Trostpflaster bleiben Hausding und Klein: Zum einen besitzen sie schon eine olympische Silbermedaille. Zum anderen  dürfen beide noch mal im Einzelspringen vom Turm ran.

Jens Trommer

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Dieser Artikel wurde aktualisiert.