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Olympia 2012 „Ich versuche, Olympia zu genießen“
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14:50 29.07.2012
"Wir hatten schon schlechtere Auftaktspiele, auch wenn noch viel Luft nach oben ist": Beachvolleyballer Julius Brink. Quelle: dpa
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London

Sind Sie nach der Erfahrung von Peking mit etwas Angst ins Spiel gegangen?

Nein, wovor soll ich Angst haben? Angst hätte ich höchstens, wenn einer mit der Knarre vor mir steht. Es macht doch Spaß, hier zu spielen. Natürlich ist Olympia immer Ausnahmezustand, von der Turnier-Organisation, vom Medien-Interesse, von den Terminen am Rande. Aber jeder spielt lieber vor 15.000 Zuschauern als bei normalen Turnieren vor 30 Zuschauern auf dem Nebenplatz. Ich wüsste nicht, wann wir Beachvolleyballer schon mal vor einer geileren Kulisse gespielt haben. Hier in London haben wir sicher neben dem Olympiastadion die geilste Location. Und ich denke, wir hatten schon schlechtere Auftaktspiele, auch wenn noch viel Luft nach oben ist.

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Haben Sie 2008 noch im Hinterkopf?

Jetzt nicht mehr, aber im Vorfeld schon. Natürlich war Peking sportlich für mich enttäuschend. Aber ich beschäftige mich generell nicht mit dem worst case, sondern denke positiv. Jetzt habe ich schon so viele Siege wie 2008 im ganzen Turnier. Ich denke, dass ich in den vier Jahren gereift bin. In Peking dachte ich, es geht in jedem Vorrundenspiel um eine Medaille. Das ist natürlich Quatsch. Es geht darum, sein Level annähernd zu erreichen und möglichst das nächste Spiel zu gewinnen. Und wenn doch mal eine Niederlage dabei ist, ist noch lange nichts verloren. In Peking war es aber auch eine andere Kultur, das spielt eine Rolle. Hier in London spricht jeder deine Sprache, es ist eine tolle Stadt.

Nervt Sie die lange Fahrt vom Dorf?

Nein, ich freue mich immer, wenn der Bus rollt. Ich war mal im Februar hier bei einer Stadtrundfahrt, da bin ich wesentlich langsamer vorangekommen. Das gehört in London nun mal dazu, dass die Stadt immer verstopft ist. Außerdem haben wir noch ein Apartment in der Nähe der Beach-Anlage angemietet.

Nutzen Sie dies oft?

Es ist eine gute Rückzugs-Möglichkeit, zumal auch meine Freundin dabei ist. Außerdem versuchen Jonas und ich, nicht zu oft auf engstem Raum zusammen zu sein. Das hat nichts damit zu tun, dass wir uns auf den Geist gehen. Aber wir haben einen unterschiedlichen Rhythmus. Ich bleibe lieber länger auf, er steht lieber früher auf. Der Speisesaal im Dorf ist gigantisch, aber immer muss ich dort nicht essen. Im Hotel muss ich auch keinen Probealarm mitmachen.

Wie lange haben Sie die Eröffnungsfeier im Fernsehen geschaut?

Nach dem Einmarsch der Deutschen bin ich ins Bett gegangen. Ich hätte mich sonst nur geärgert, was ich alles verpasse. Ich wäre gern dabei gewesen, aber schwere Beine hätten heute nichts gebracht. Die Eröffnungsshow war fantastisch, das war ja Comedy.

Wie verbringen Sie die freien Tage?

Ich versuche, Olympia zu genießen, auch mal andere Sportler anzuschauen wie unsere Hallenvolleyballer. Das ist auch so eine Lehre von Peking: Dort habe ich mich ständig in meine sieben Quadratmeter verzogen. Das kann mir hier nicht passieren, in London habe ich immerhin schon 14 Quadratmeter für mich.

Interview: Frank Schober

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