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Roter Platz: Die unglaubliche Saison 2009/2010 Muro Rosso
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10:29 07.04.2010
Von Der Platzwart

Immerhin wurde die Losung „Abends Mauer, Bruno sauer“ mit einem Eierpunkt als Gastgeschenk belohnt. Auch die netten Hamburger Fans waren rundherum zufrieden und feierten ausgelassen nach Spielschluss – die 96er für ihr tapferes Zehn-Mann-und-Maus-Konzept, und Kulttrainer Bruno Labbadia dafür, dass er van Nistelrooy nur ausgewechselt und nicht gleich bei 96 wieder eingewechselt hatte.

Paolo Guerrero lud einen Fan zudem nach alter peruanischer Sitte mit einer gezielten Mostwurfsendung auf ein Gläschen Birnenbrand mit anschließender Diskussion des Spielverlaufs ein. Leider wurde er falsch verstanden. Der Peruaner hat sich bei allen Fans bereits auf seiner Inkanetseite entschuldigt, trotzdem überlegt der HSV, ihn künftig einer Wurfsportart anzugliedern. Vielleicht wäre Guerrero einer für 96, wenn er rausfliegt. Aber Guerrero fliegt nicht, heißt es beim HSV.

Bei 96 nimmt man den Zwischenerfolg in Hamsterburg zum Anlass, das taktische Modell mit elf defensiven Spielern weiter zu verfeinern. Gegen Schalke wird das gesamte Team bis auf Ya Konan komplett mit Retter-Taft eingesprüht („Mittags Spray, Abstieg ade“). Retter-Taft ist ein Superfestiger mit 90 Minuten ultrastrongem Halt, der mehr Volumen und 30 Prozent kräftigere Spieler bewirkt, ohne zu verkleben. Ya Konan wird nicht eingesprüht, sondern bekommt die Euphorisierungsbowle „Lucky Punsch“.

Mit einem unüberwindlichen Abwehr-Bollwerk hat sich Hannover 96 einen Punkt beim Hamburger SV ermauert und schöpft neuen Mut im Kampf gegen den Abstieg. Im 44. Nord-Derby stachen die „Roten“ die Hanseaten am Sonntag beim 0:0-Unentschieden mit grundsolider Taktik aus.

Zudem wird Schalke mit Psychotricks verunsichert. Andreasen trägt extra das Trikot mit der Tagespunktzahl 3 auf dem Rücken, Fromlowitz das mit der Tageszielpunktzahl 27. Über dem TUI-Logo prangt der Spruch „Mauer macht lustig“. Prognose: Asamoah begeht zur Halbzeit weinend Fahnenflucht und wird in der 60. Minute als überglücklicher fünfter Innenverteidiger bei 96 eingewechselt. Zusätzlich zieht die Mannschaft etwa 35 Meter vor dem Tor einen Wassergraben und errichtet direkt dahinter einen Palisadenzaun. Beide Maßnahmen erscheinen ungewöhnlich, sind laut DFB-Statuten aber nicht ausdrücklich verboten, erst recht nicht im Abstiegskampf. Wie man hört, hat sich das neue 96-Defensivkonzept „Sperren ohne Ball“ (Block without balls) bereits bis nach Italien herumgesprochen, wo die „Muro Rosso“ die Nachfolge des als zu viel verspielt und offensiv geltenden Catenaccio antreten könnte.

Bei konsequenter Umsetzung des Riegelwerks hat 96 Sonnabendabend 27 Punkte, Asamoah und dazu viel Kraft gespart. Dann zwei coole Nullnummern in München und Leverkusen, Siege gegen Gladbach und Bochum, macht 35 Punkte, und damit ist noch niemand abgestiegen. Einwände? Keine. Danke.

Platzwart live – am 10., 11. und 14. Mai, 19.30 Uhr, im Kalabusch, Sallstraße. Tickets: www.kalabusch.de

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So genau wussten die Fans von Hannover 96 auch am Dienstagnachmittag noch nicht, was sie denn von diesem 0:0 am Ostersonntag beim Hamburger SV halten sollten. Während die Profis des Fußball-Bundesligisten auf der Mehrkampfanlage trainierten, wurde auf der anderen Seite der Bande fleißig diskutiert.

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