Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
WM 2010 Australien gewinnt und fliegt dennoch raus
Sportbuzzer Themen WM 2010 Australien gewinnt und fliegt dennoch raus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:53 23.06.2010
Serbiens Dejan Stankovic (l.) and Australiens Marco Brescian im Kampf um den Ball. Quelle: dpa
Anzeige

Trotz des beinahe sensationellen 2:1 (0:0) über den Deutschland-Bezwinger aus Serbien konnten die „Aussies“ am Mittwochabend ihren Achtelfinal-Coup von 2006 nicht wiederholen und schieden wie die entzauberten Serben bereits in der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft aus. Immerhin verabschiedeten sich die aufopferungsvoll kämpfenden Außenseiter von „Down Under“ aber erhobenen Hauptes aus Südafrika.

Vor 37.000 Zuschauern im Mbombela Stadion machten Tim Cahill (69. Minute) und Joker Brett Holman (73.) per Doppelschlag den ersten Erfolg bei dieser WM für Australien perfekt. Die geschlagenen Serben, für die Marko Pantelic (84.) das Ehrentor erzielte, waren zwar lange überlegen. Sie verfehlten aber ihr großes Ziel, sich bei der ersten WM-Teilnahme als eigenständige Nation in die Annalen zu schießen.

Anzeige

„Wir haben ein großartiges Alles-oder-Nichts-Spiel geliefert, aber es war leider nicht gut genug“, sagte der scheidende australische Coach Pim Verbeek. Trotz des Vorrunden-Aus zog der Niederländer ein für ihn zufriedenstellendes Fazit: „Wir haben vier Punkte, ich habe gehofft, dass das reicht. Wir haben ein tolles Resultat erzielt.“ Torschütze Cahill war sogar ein wenig stolz: „Wir haben ein fantastisches Team, in dem jeder für jeden kämpft.“

Dabei waren die „Adler“ sichtlich beflügelt vom Sieg über die Deutschen und spielten von Beginn an konsequent nach vorn. Allerdings offerierten ihnen die „Aussies“, bei denen die Ex-Nürnberger Michael Beauchamp und Joshua Kennedy die gesperrten Craig Moore und Harry Kewell ersetzten, eine Menge Platz. So bot sich dem schnellen Milos Krasic eine erstklassige Konterchance, als er fast von der Mittellinie allein auf das Tor zulief, doch Keeper Mark Schwarzer verkürzte geschickt den Winkel (12.). Sechs Minuten zuvor hatte der Ex-Lauterer bereits einen Krasic-Schuss entschärft.

Mehr und mehr übernahmen die Serben die Spielkontrolle. Das Team von Trainer Radomir Antic, der den Dortmunder Neven Subotic und den Ex-Berliner Pantelic zunächst auf die Bank beorderte, spielte geradlinig nach vorn und kam zu weiteren Einschussmöglichkeiten. Die beste bot sich dem aufgerückten Außenverteidiger Branislav Ivanovic (23.), dessen Schuss aus Nahdistanz Schwarzer mit einem fantastischen Reflex parieren konnte. Manko: Serbien war nicht effizient genug.

Schwarzers Vorderleuten war das Bemühen nicht abzusprechen, sie agierten bemüht, aber noch ohne Ideen. Ihre einzige nennenswerte Chance vor der Pause bot sich dem nach seiner Sperre zurückgekehrten Spielmacher Cahill, doch auch sein Kopfball verfehlte das Ziel.

Nach Wiederanpfiff löste sich das Team vom fünften Kontinent aus der Umklammerung, um seine „Mission impossible“ vielleicht doch noch realisieren zu können. Zwar hatte zunächst Nikola Zigic die Führung auf dem Fuß, doch er zielte zu hoch (53.). Nachdem auch Pantelic im Spiel war, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

Denn nun hielten die „Socceroos“ voll dagegen: Marco Bresciano zwang per Freistoß Vladimir Stojkovic zur ersten Parade der Partie. Zehn Minuten später war der serbische Schlussmann dann aber geschlagen, als Cahill ihm mit einem platzierten Kopfball keine Chance ließ. Und nach einem weiteren sehenswerten Angriff des nun wie entfesselt auftrumpfenden Außenseiters aus „Down Under“ waren dessen tolle vier Minuten vollendete, als Holman für die Entscheidung sorgte. Am Ende aber blieb beiden Mannschaften nur die Enttäuschung. Daran änderte auch Pantelic’ Treffer nach Schwarzers Patzer nichts.

dpa