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WM 2010 Badstuber und Müller machen auch bei Nationalelf gute Figur
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22:18 27.05.2010
Von Heiko Rehberg
Daumen hoch für die jungen Wilden: Die Bayern-Profis Holger Badstuber und Thomas Müller (rechts) treffen auch bei der Nationalmannschaft den richtigen Ton.
Daumen hoch für die jungen Wilden: Die Bayern-Profis Holger Badstuber und Thomas Müller (rechts) treffen auch bei der Nationalmannschaft den richtigen Ton. Quelle: dpa
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Jung und unerfahren? Thomas Müller und Holger Badstuber sind 20 Jahre alt, der erste Teil also stimmt. Aber ohne Erfahrung? Das kann man schnell wieder vergessen.

Bundestrainer Joachim Löw hatte den beiden Münchenern am Donnerstag im Trainingslager der Fußball-Nationalmannschaft in Südtirol die unangenehmste Aufgabe des Tages aufgebürdet, und wie beide sie gelöst haben, hätte das einer mit 30 Jahren und 80 Länderspielen nicht besser machen können.

Weil Löw beschlossen hat, erst am Freitag offiziell zu verkünden, wer die Nummer 1 im Nationalteam wird und wer der Kapitän während der WM in Südafrika, befanden sich Müller (20 Jahre, ein Länderspiel) und Badstuber (20, kein Länderspiel) in einer heiklen Mission. Erforderlich waren Diplomatie, Geschick und gekonntes Ausweichen, alles fällt erfahrenen Profis normalerweise leichter. Es gilt zu 100 Prozent als sicher, dass Manuel Neuer der WM-Torwart wird, bei Philipp Lahm als Kapitän liegen die Wahrscheinlichkeitsrechnungen bei 99 Prozent. Weil aber der Bundestrainer noch einen Tag länger Geheimniskrämerei betreiben wollte, versuchten die Reporter, Müller und Badstuber in die Falle zu locken. Um es vorwegzunehmen: Die Jungs sind viel zu clever für solche Spielchen.

Zuerst wurde Müller gefragt, wen er denn am liebsten als Kapitän hätte. Müller, ein Typ, dem es nicht an Schlagfertigkeit mangelt, beendete das Thema in Rekordtempo. „Wer die Binde trägt, ist eigentlich irrelevant“, sagte er. Nachfragen hatten sich damit erledigt.

Danach war Badstuber dran. Welchen Torwart er denn als Verteidiger am liebsten hinter sich hätte, lautete die Frage an ihn, mit Neuer, Jörg Butt (er musste am Donnerstag wegen einer Magen- und Darmerkrankung im Hotel bleiben) und Tim Wiese bekam er gleich alle drei Antwortmöglichkeiten serviert. Badstuber sagte, dass er als Bayern-Spieler Butt natürlich am besten kenne. „Aber“, sagte er, „alle drei sind super Torhüter.“ Auch hier hakte keiner mehr nach, K- und T-Frage kommen erst am Freitag wieder zur offiziellen Klärung auf die Tagesordnung.

Nachdem Müller und Badstuber alle Klippen umschifft hatten, genossen sie ihren ersten großen Auftritt im Nationalteam – und sammelten fleißig Sympathiepunkte. „Wenn ich bedenke, wo ich vor einem Jahr gespielt habe und wo ich jetzt sitze“, sagte Müller, „das ist schon der Wahnsinn.“ Vor einem Jahr war Müller Spieler der Bayern-Reserve, die Gegner hießen Heidenheim und Sandhausen, die Nationalelf war ein ferner Traum. Genau wie für Badstuber.

Einen Moment konnte man glauben, dass sie sich oben auf dem Podium gleich gegenseitig kneifen würden, um sicher zu sein, dass sie tatsächlich bei der Nationalmannschaft sind. „Ich habe einen Riesensprung gemacht, aber man kriegt das selbst gar nicht mit“, sagte Müller. Badstuber meinte, dass man „eigentlich erst mal ein paar Tage alles Revue passieren lassen müsste, um zu begreifen, was mit uns geschehen ist“.

Nun sind sie in Südtirol, keiner rechnet damit, dass Müller oder Badstuber zu den zwei Spielern gehören, die der Bundestrainer ohne WM-Ticket nach Hause schickt. Und weil sie da so saßen, wurden sie gebeten, doch mal den jeweils anderen zu beschreiben. „Ein sehr abgeklärter Verteidiger, kopfballstark, aggressiv am Mann.“ Das sagte Müller über Badstuber. Und umgekehrt? „Der Thomas ist ein kompletter Spieler im Hoch- und Tiefbereich“, sagte Badstuber. Was immer damit genau gemeint war, es war ein Kompliment.

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