Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
WM 2010 Bundestrainer Löw gönnt seinem Team drei Tage Pause
Sportbuzzer Themen WM 2010 Bundestrainer Löw gönnt seinem Team drei Tage Pause
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:45 04.06.2010
„So eine kleine Pause haben sie jetzt einfach verdient“: Trainer Löw. Quelle: dpa
Anzeige

„So eine kleine Pause haben sie jetzt einfach verdient“, sagte ein zufriedener Bundestrainer Joachim Löw nach der begeisternden Energieleistung der Nationalelf am Donnerstag beim 3:1 (0:1) im letzten WM-Test gegen Bosnien-Herzegowina. Schon für Sonnabend setzte der strenge Herr Löw allerdings „wieder ein Training in Eigenverantwortung“ an. „Drei Tage ohne Training wären in dieser Phase auch nicht gut“, begründete der 50-Jährige. Immerhin verließen der gesamte DFB-Tross sowie die 48.000 begeisterten Zuschauer die Frankfurter Commerzbank-Arena mit dem Gefühl, dass Deutschland eine wettbewerbsfähige Mannschaft ins Turnier nach Südafrika entsendet, die von ihrer Moral und ihrem jugendlichen Elan lebt.

„Diesen Schwung, diese Leidenschaft, diese Motivation müssen wir mitnehmen“, betonte der Stuttgarter Angreifer Cacau. Gegen die Bosnier brauchte das DFB-Team zwar einige Anlaufzeit, aber nach dem 0:1-Pausenrückstand durch den Wolfsburger Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko (15. Minute) ging in den zweiten 45 Minuten die Post ab.

Anzeige

Kapitän Philipp Lahm (50.) sowie Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger mit zwei verwandelten Foulelfmetern (73./77.) kippten das Spiel. „Natürlich war es wichtig, dass wir jetzt mit einem Sieg und einem guten Gefühl nach Südafrika gehen“, kommentierte Löw.

Ballack, Träsch, Westermann - die Mannschaft hat sich in den mehr als drei Wochen Vorbereitung auf Sizilien und in Sütirol auch von den bitteren Verletzungsrückschlägen nicht vom Weg abbringen lassen. „Trotz vieler Hiobsbotschaften haben wir ein hohes Niveau gehalten“, erklärte Abwehrspieler Per Mertesacker stolz. „Wir haben drei Spiele gewonnen“, resümierte Torwart Manuel Neuer zufrieden nach den Siegen gegen Malta (3:0), in Ungarn (3:0) und nun gegen die guten Bosnier.

„Eines ist klar: Was die Ergebnisse betrifft, sollte man nicht so viel hineininterpretieren“, mahnte jedoch Löw. Nach dem Wiedersehen am Sonntag in Frankfurt geht es abends mit dem Airbus 380 nach Südafrika, wo es am 13. Juni in Durban gegen Australien ernst wird. „Nächste Woche geht es hart weiter“, kündigte Löw intensive Arbeit an: „Da ist an der Feinabstimmung in allen Bereichen zu arbeiten.“

Wichtige Fragen haben sich aber noch vor der Abreise geklärt: Der Berliner Arne Friedrich hat den Platz in der Innenverteidigung neben Mertesacker endgültig erobert, wie Löw bestätigte. Kapitän Lahm wird rechts in der Viererkette verteidigen, sein Münchner Kollege Holger Badstuber hat sich für die linke Seite empfohlen. Der 21-Jährige habe zwar anfangs „etwas gebraucht“, sich dann aber „sehr gesteigert“, sagte Löw.

Auch Münchens Aufsteiger Thomas Müller drängte sich auf dem rechten Flügel auf. Und in der Mittelstürmer-Position erhöhte der Stuttgarter Cacau nochmals den Druck auf den noch gesetzten Miroslav Klose. „Jetzt möchte ich spielen“, sagte Cacau, während Klose hart an sich arbeiten will. „Ich werde nicht zwei Tage freimachen, sondern jeden Tag trainieren. Ich nehme mir vor, bei der WM Tore zu schießen.“ Eines weiß Löw, auf der Bank hat er viel Qualität. Cacau, Müller und der ebenfalls eingewechselte Marko Marin bewiesen es gegen Bosnien: „Alle Einwechselspieler haben Akzente gesetzt“, frohlockte Lahm.

dpa