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WM 2010 Bundestrainer Löw streicht Beck aus WM-Kader
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11:41 02.06.2010
Andreas Beck Quelle: afp
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Um 20.14 Uhr war die Nachricht raus, die keine Überraschung mehr war. Andreas Beck, Abwehrspieler von 1899 Hoffenheim, wird nicht mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am kommenden Sonntag nach Südafrika fliegen. Beck fliegt raus.

Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Michael Ballack, Christian Träsch und Heiko Westermann war der ursprüngliche 27-Mann-Kader bereits um drei Spieler geschrumpft. Weil für die Weltmeisterschaft jedes Land aber nur ein 23-köpfiges Aufgebot benennen darf, musste Bundestrainer Joachim Löw noch einen Spieler streichen – und zwar bis Dienstag um Mitternacht. Mit Beck traf es letztlich den Spieler, der auf den diversen Streichkandidatenlisten der Medien seit einigen Tagen der Spitzenreiter war.Noch am Dienstagmorgen hatte Beck mit der Nationalmannschaft im Sportzentrum Rungg trainiert. Die Gemeinde Eppan hatte 1100 Kindern extra schulfrei gegeben, um den deutschen Profis beim Üben zuschauen zu können.

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Die jungen Südtiroler Fans dankten es mit viel Applaus – auch für Andreas Beck, der zu diesem Zeitpunkt bestenfalls ahnte, dass für ihn die WM ein Traum bleiben wird.

Am Nachmittag bat ihn der Bundestrainer zum persönlichen Gespräch, spätestens da hatte der 23-Jährige, der bislang sieben Länderspiele bestritten hat, Gewissheit. Danach unterrichtete Löw die anderen Spieler von seiner Entscheidung. Vor allem Stürmer Stefan Kießling, dessen Namen bei möglichen Streichkandidaten immer wieder genannt worden war, dürfte aufgeatmet haben. „Natürlich ist das enttäuschend für Andreas Beck“, sagte Löw, „er hat im Trainingslager sehr viel investiert und sich immer fair und korrekt verhalten. Er hat bei der Mannschaftssitzung selbst noch einige Worte an das Team gerichtet. Das Team hat ihn dafür mit Applaus bedacht.“

Löw sicherte Beck zu, dass er bei der Verletzung eines weiteren Spielers der erste Kandidat für eine Nachnominierung ist. Bis kurz vor dem ersten WM-Spiel am 13. Juni in Südafrika kann Löw noch Spieler tauschen, wenn ein ärztliches Attest vorliegt. Der Hoffenheimer Beck, der in der Bundesliga eine durchwachsene Saison gespielt hatte, wird am Mittwoch mit der Mannschaft mittags nach Frankfurt fliegen, dann trennen sich die Wege. Während die Kollegen abends in der Frankfurter WM-Arena trainieren und vorher für das offizielle Mannsschaftsfoto bereitstehen, fährt Beck zurück in seine Stuttgarter Heimat. „Natürlich hatte ich auf die WM gehofft, aber ich habe alles versucht“, sagte Beck. Die morgige WM-Generalprobe der deutschen Mannschaft gegen Bosnien-Herzegowina wird er bereits wie Millionen anderer Fans vor dem Fernsehgerät verfolgen.

Hauptgrund für die Streichung Becks dürfte gewesen sein, dass der Hoffenheimer im Gegensatz zu anderen Abwehrspielern nicht flexibel eingesetzt werden kann. Beck hätte lediglich hinten rechts in der Viererkette spielen können, Löw aber schätzt Profis, die mehrere Positionen bekleiden können.