Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
WM 2010 Cacau hofft auf Einsatz im letzten WM-Vorrundenspiel
Sportbuzzer Themen WM 2010 Cacau hofft auf Einsatz im letzten WM-Vorrundenspiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:56 22.06.2010
Von Heiko Rehberg
Schlagfertig und mit Durchblick: Claudemir Jeronimo Baretto, kurz Cacau, bei der Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes. Quelle: dpa
Anzeige

Bevor es an die Fragen ging zum entscheidenden WM-Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch (20.30 Uhr, live in der ARD) gegen Ghana, wollte Cacau erst einmal etwas klarstellen. Cacau ist der Mann, von dem fast alle glauben, dass er im

Soccer-City-Stadion in Johannesburg den gesperrten Stürmer Miroslav Klose ersetzen wird. Doch dem 29-Jährigen, mit dunkler Brille und gut gelaunt auf dem Podium im WM-Quartier in Erasmia, ging es zunächst um Wichtigeres. „Es ist vorgekommen“, sagte Cacau, „dass mein Name falsch geschrieben worden ist. Ich heiße mit richtigem Namen Claudemir Jeronimo Baretto, alles was an ,Maria‘ oder ,da Silva‘ oder weiteren Namen zu lesen war, ist eine Erfindung.“ Heiterkeit im Saal, doch Cacau hatte noch eine zweite Vorbemerkung: „Sie müssen mich nicht Herr Cacau nennen. Cacau reicht.“

Anzeige

Ob Cacau in den Tagen nach dem 0:1 gegen Serbien bei Bundestrainer Joachim Löw Pluspunkte sammeln konnte, wollte er nicht verraten, „es gab noch keine Anzeichen, wer gegen Ghana spielt und wer nicht“. Bei 120 Journalisten, am Montag von Arne-Friedrich-Sätzen aus der hohen Schule des Nichtssagens alles andere als verwöhnt, punktete Claudemir Jeronimo Baretto kräftig.

Für Cacau ist diese WM ein besonderes Turnier. Er ist in Brasilien geboren, beim WM-Finale 2002 hat er den Südamerikanern die Daumen gedrückt und nicht Deutschland. Seit vergangenem Jahr ist er deutscher Staatsbürger, in Südafrika sieht er Spiele von Brasilien immer noch mit Emotionen, aber mit anderen Augen. „Ich bin nicht mehr Fan, sondern Beobachter, ich schaue bei den Brasilianern auf Taktik oder Technik“, erzählte er.

Als ihn jemand fragte, ob es für ihn ein Traum sei, bei der WM für Deutschland zu stürmen, grübelte er kurz, dann sagte Cacau, dass das mit den Träumen „eigentlich schon alles hinter mir liegt. Das erste Tor für Deutschland, das erste Tor bei einer WM. Das waren schon einige Schritte.“ Cacau hat sich bereits erfüllt, an was er niemals zu denken gewagt hatte, als er 1999 nach Deutschland gekommen war. Die ersten Spiele bestritt er für die Hobbymannschaft des Ungererfreibades in München. Morgen in Johannesburg würde er mit Toren gerne dazu beitragen, dass die deutsche Mannschaft bei der WM das Achtelfinale erreicht.

Cacau ist ein anderer Spielertyp als Klose, den er ersetzen könnte. „Ich spiele anders als ,Miro‘“, sagte er, „aber wenn ich die Möglichkeit dazu bekomme, werde ich meine Stärken zeigen, um der Mannschaft zu helfen.“ Das war freundlich-vorsichtig formuliert, Cacau weiß, dass sich bei Löw noch keiner mit großen Worten in der Öffentlichkeit in die Mannschaft gespielt hat. Seine Stärken zählte er aber doch noch schnell auf: „Schnelligkeit, gute Ballbeherrschung, Torschuss.“

Und Cacau hat Erfahrung mit kritischen Situationen. 2007 brauchte er mit dem VfB Stuttgart im letzten Bundesligasaisonspiel einen Sieg gegen Energie Cottbus, um deutscher Meister zu werden. Cottbus ging in Führung, alles schien schiefzulaufen, doch am Ende gewannen die Schwaben und Cacau durch ein 2:1 den Titel. Joachim Löw, früher Trainer des VfB, wird das im Hinterkopf haben.