Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
WM 2010 DFB-Team gelingt Traumstart ins WM-Turnier
Sportbuzzer Themen WM 2010 DFB-Team gelingt Traumstart ins WM-Turnier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:05 14.06.2010
So jubeln Sieger: Die deutschen Spieler freuen sich über den 4:0-Sieg gegen Australien. Quelle: afp
Anzeige

Durban. Schöner hätte die Fußball-Weltmeisterschaft nicht anfangen können für die deutsche Nationalmannschaft. Ein Sieg gegen Australien, das war sicherlich von vielen erwartet worden. Aber ein überzeugender 4:0-Sieg, mit herrlichen Toren und einer spielerischen Leistung, die die mit Abstand beste war bisher in Südafrika – das war keine Selbstverständlichkeit. Lukas Podolski, Miroslav Klose, Thomas Müller und Cacau sorgten in Durban für einen Traumstart mit Traumtoren.

In jedem Spiel gibt es zwei, drei Situationen, die es in eine bestimmte Richtung lenken. In Durban gab es die erste davon in der 4. Minute, es war eine Schrecksekunde für die deutsche Mannschaft. Nach einer australischen Ecke herrschte für einen Augenblick Unordnung in der Abwehr, Richard Garcia schoss aus der Drehung, und der Ball hätte wohl den Weg ins Tor gefunden, wenn Philipp Lahm nicht noch irgendwie ein Bein dazwischen bekommen hätte.

Anzeige

Schlüsselszene Nummer zwei war die 8. Minute: Mesut Özil hatte Thomas Müller freigespielt, und wenn er wirklich gesehen hatte, dass Lukas Podolski im Rückraum stand, dann war das eine Weltklasseaktion. Was Podolski daraus machte, war es allemal: Mit seinem linken Fuß schoss er so hart, dass Australiens Torwart Mark Schwarzer zwar noch die Hand an den Ball brachte, aber ihn nur noch ins Netz lenken konnte: 1:0 für Deutschland, die Richtung stimmte.

Was diese deutsche Nationalelf von vielen ihrer Vorgängermannschaften unterscheidet, war in Durban danach zu sehen: Dieses junge deutsche Team besitzt eine spielerische Klasse, die enorm ist und die sie auch bei einer Weltmeisterschaft ganz weit tragen kann. Und sie spielt schnell und direkt – für die teilweise plumpen Australier, die im deutschen Tempowirbel ihre Ordnung zeitweise völlig verloren, auf jeden Fall zu schnell an diesem schönen WM-Abend in wundervoller Atmosphäre.

Zweite wichtige Erkenntnis des Abends: Miroslav Klose trifft wieder. Natürlich hätte er drei, vier Tore machen können, Chancen dafür gab es in beiden Halbzeiten (24., 60., 65.). Doch mit dem Kopf tat Klose etwas für seinen Kopf: Nach einer Flanke von Philipp Lahm war er gedanklich schneller als Torwart Schwarzer, das 2:0 war sein ganz persönlicher Glückstreffer. Wie bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 traf der Münchener im ersten WM-Spiel und durfte nach knapp 70 Minuten Platz machen für Cacau, der sich postwendend mit dem 4:0 bedankte. Auch Bundestrainer Joachim Löw machte alles richtig. Zuvor hatte Thomas Müller bereits getroffen (3:0, 68.) nach einer Drehung, die dem großen Gerd Müller vor dem Fernsehgerät ein Lächeln entlockt haben dürfte.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Australier nach einer Roten Karte für ihren Mittelfeldstar Tim Cahill nach einem Foul an Bastian Schweinsteiger (56.) bereits in Unterzahl und hoffnungslos überfordert.

Erst in den letzten Minuten nahm die deutsche Mannschaft etwas Tempo heraus, am kommenden Freitag gegen Serbien in Port Elizabeth wartet schließlich die nächste WM-Aufgabe. Vor dem Sonntag in Durban schien das ein Spiel, dem man mit leichtem Bauchgrummeln entgegensehen durfte. Jetzt wartet die Mannschaft mit Selbstbewusstsein auf die Serben – und Millionen Fans freuen sich auf den zweiten Streich, diesmal zur Mittagszeit um 13.30 Uhr.

Aus Durban berichtet Heiko Rehberg