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WM 2010 Deutsche Elf in Südafrika begeistert empfangen
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21:00 07.06.2010
Aufwärmen am Kap: Deutschlands Nationalmannschaft ist in Südafrika angekommen. Quelle: dpa
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Für den Fall, dass es später einmal wichtig sein sollte, sei die exakte Ankunftszeit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf südafrikanischem Boden zur Sicherheit exakt festgehalten. Montagmorgen um 7.12 Uhr setzte der Airbus-Riese A 380 bei seinem Premierenflug auf der Landebahn des Flughafens in Johannesburg auf. Bundestrainer Joachim Löw sprach von „einem tollen Erlebnis“, und das hatte nicht nur mit einem außergewöhnlich entspannten Flug ohne Turbulenzen zu tun, der ein gutes Omen für die deutsche WM-Safari sein könnte, die am kommenden Sonntag in Durban gegen Australien beginnt.

Löw und die deutschen Spieler hatten während des rund zehnstündigen Fluges gleich einen neuen Fan gewonnen, um den sie andere Nationen beneiden dürften. Sängerin Shakira saß mit den Deutschen im Oberdeck des A 380, lobte über Bordmikrofon das „starke Team“ und drückte die Daumen für eine lange Verweildauer in Südafrika. Und weil Shakira den offiziellen WM-Song („Waka Waka“) singt, wurde auch gleich das als gutes Zeichen interpretiert.

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Der Empfang für die deutsche Mannschaft passte in das harmonische Bild des ersten Tages. Im Quartier „Velmore Grande“, 60 Kilometer von Johannesburg und eine Viertelstunde von der Hauptstadt Pretoria entfernt, warteten Schulkinder mit Deutschland-Fähnchen auf die Ankunft des Busses, die Hotelangestellten trompeteten in ihre Vuvuzelas, ein kleiner Vorgeschmack auf den ohrenbetäubenden Lärm, den demnächst 40 000, 50 000 oder 80 000 Fans in den Stadien veranstalten werden. „Der großartige Empfang zeigt, mit welcher Freude und Begeisterung die Südafrikaner die WM erwarten und alles für ihre Gäste aus der Welt tun werden“, sagte Bundestrainer Löw.

Am frühen Abend bat Löw seine Nationalspieler zum ersten Training ins „Super Stadium“ von Atteridgeville, eine hässliche Betonschüssel mit schönem, vom Weltverband FIFA geprüften Rasen. 3000 Eintrittskarten hatte der Deutsche Fußball-Bund an deutsche Schulen aus Johannesburg und Pretoria sowie an Vertreter von deutschen Instituten verteilt, aus dem umliegenden Township waren kaum Zuschauer dabei.

Es dürfte für lange Zeit das letzte öffentliche Training der deutschen Mannschaft gewesen sein, denn von heute an läuft mit Blick auf den WM-Start gegen Australien alles unter dem Motto „Geheime Kommandosache“. Auch für die Medienvertreter wird künftig nach einer Viertelstunde Schluss sein, zu sehen gibt es in dieser Zeit den neuesten Stand der Aufwärmtechnik und Dehnungsübungen, beides ungefähr so spannend wie ein zehnmal gesehener Krimi.

Am Montag allerdings lieferte Löw bei einem intensiven Trainingsspielchen noch einmal kleine Hinweise – oder er machte sich einen Spaß als Fallensteller, das wird sich erst Sonntag herausstellen. Mit Trainingsleibchen stattete der Bundestrainer die elf Spieler aus, die auch bei der WM-Generalprobe gegen Bosnien-Herzegowina (3:1) die Startformation gebildet hatten, zu ihr gehörten also die „Wackelkandidaten“ Miroslav Klose und Piotr Trochowski. Die gute Nachricht aus dem „Super-Stadium“ war: Klose trifft wieder, sogar zweimal. Wer das Selbstvertrauen irgendwo verloren hat und einfach nicht wiederfindet wie der Routinier, für den können selbst solche Trainingstreffer enorm wichtig sein; die jungen deutschen Fans aus Südafrika jedenfalls betätigten ihre Vuvuzelas noch ein bisschen lauter als gewöhnlich.

Doch in dem Übungsspielchen steckte für den Bundestrainer auch eine schlechte Nachricht, denn die vermeintliche WM-Elf mit orangen Leibchen verlor gegen die B-Elf mit 3:5. Und anders als für Klose gab es für Trochowski keinen Grund zum Jubeln, im Gegenteil: Thomas Müller, sein Konkurrent um den Platz im rechten Mittelfeld, sammelte mit zwei Toren weitere Pluspunkte.

PS: Noch ein paar kurze Anmerkungen zum Thema Dichtung und Wahrheit. Ja, der Airbus A 380 ist riesig, aber er ist ein Flüsterriese, den man in der Kabine kaum hört. Ja, in der fast 1700 Meter hoch gelegenen Provinz Gauteng, zu der Johannesburg und Pretoria gehören, ist es um 17.30 Uhr stockfinster und kalt. Aber tagsüber ist es 23 Grad warm und sonnig. Und ja, die Vuvuzelas sind verdammt laut. Ob sie nerven? Jaaaaa!

Aus Südafrika berichtet Heiko Rehberg