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WM 2010 Deutsche Nationalmannschaft will die Bronze-Medaille
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16:01 10.07.2010
Von Heiko Rehberg
Guter Abschluss eines wunderbaren Turniers: Die deutsche Nationalmannschaft will die Bronze-Medaille. Quelle: afp
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Es ist nicht das Spiel, auf das Fußball-Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Südafrika gewartet hat. Und dennoch werden am Sonnabend (20.30 Uhr, live in der ARD) mehr als 20 Millionen Fans vor den Bildschirmen die Daumen drücken, dass ein für die deutsche Nationalmannschaft trotz verpasster Finalteilnahme wunderbares Turnier einen guten Abschluss bekommt. „Wir werden nicht mit einer Larifari-Einstellung reingehen“, sagte Nationalspieler Thomas Müller vor dem Spiel um Platz 3 gegen Uruguay in Port Elizabeth.

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Wir erklären, was Sie über das „kleine Finale“ wissen müssen – von der Aufstellung bis zu Tintenfisch Paul.

Kann sich die deutsche Mannschaft nach der Enttäuschung wegen des verlorenen Halbfinales gegen Spanien noch einmal motivieren für das Spiel um Platz 3?

Mit wem man im deutschen WM-Quartier in Erasmia spricht, der Tenor ist einhellig: Der Frust über die verpasste Endspielchance ist nach wie vor groß, als Trostpflaster taugt das Spiel gegen Uruguay nicht. Der Ehrgeiz, die WM passend abzuschließen, also mit einem Sieg, dürfte die Mannschaft trotz müder Beine aber noch einmal motivieren. Nationalelfmanager Oliver Bierhoff sagte, dass es wichtig sei, dass „die letzte Erinnerung an das Turnier positiv ist. Deshalb legen wir großen Wert darauf, das Spiel um Platz 3 ernsthaft anzugehen.“ Außerdem, so Bierhoff, „ist es besser, wenn man sagen kann, dass wir Dritter geworden sind“. Das höre sich freundlicher an, als im Halbfinale ausgeschieden zu sein. So kann man das natürlich sehen.

Wird Löw auf die WM-Erfolgself aus dem England- und Argentinien-Spiel setzen, oder wird er die Mannschaft gewaltig umbauen?

Mit großer Sicherheit weder das eine noch das andere. Größere Umbaumaßnahmen würden die Ankündigung, unbedingt einen guten Abschluss hinkriegen zu wollen, in einem komischen Licht erscheinen lassen. Dennoch ist es bei Partien um Platz 3 üblich, dass Spieler, die bis dahin nicht im Blickpunkt gestanden haben, die Gelegenheit erhalten, sich zu präsentieren. Auch Löw, der am Freitag mit Grippe flachlag, wird ähnlich verfahren. Für Bierhoff ist das auch aus einem anderen Grund wichtig: „Nach der Enttäuschung gegen Spanien kann es sinnvoll sein, frischen Kräften die Gelegenheit zu geben, sich zu zeigen“, sagte er, „das wäre außerdem ein Dankeschön an die Ersatzspieler.“

Und wem dankt der Bundestrainer mit einem Einsatz gegen Uruguay?

Von den Feldspielern haben bislang nur der Stuttgarter Serdar Tasci und der Hamburger Dennis Aogo keine Einsatzminute. Sie werden auf jeden Fall spielen, wenn auch nicht 90 Minuten. Geplant war ein Tausch im Tor, für Manuel Neuer sollte Tim Wiese ran. Doch der Bremer Schlussmann konnte wegen einer Schleimbeutelentzündung im Knie nicht trainieren; gut möglich, dass das Jörg Butt zu seinem ersten Spiel bei der dritten WM-Teilnahme verhilft. Mit Kapitän Philipp Lahm (Grippe), Torjäger Miroslav Klose (Rückenprobleme) und Linksfuß Lukas Podolski (Muskelprobleme) steht hinter drei Profis ein Fragezeichen.

Wer wird gegen Uruguay besonders ehrgeizig sein?

Miroslav Klose hat gleich eine doppelte Chance: Er kann – genau wie der Kollege Thomas Müller (beide vier Tore) – noch Torschützenkönig in Südafrika werden, muss dafür aber mindestens einmal treffen und hoffen, dass der Niederländer Wesley Sneijder und der Spanier David Villa (beide fünf Treffer) im Finale leer ausgehen. Außerdem würde Klose mit seinem fünften Treffer in der „ewigen WM-Torschützenliste“ mit dem Brasilianer Ronaldo (15 Tore) gleichziehen. „Für dieses große Ziel wollen wir ihm gerne helfen“, sagte Bierhoff. Zudem ist Bastian Schweinsteiger von Experten der FIFA als Kandidat für den „Goldenen Ball“, den der beste WM-Spieler bekommt, nominiert worden. Mit einer starken Leistung könnte er bei den wählenden Journalisten punkten; seine Konkurrenten sind die Spanier Xavi, Villa und Andres Iniesta, die Niederländer Sneijder und Arjen Robben, Asamoah Gyan (Ghana), Diego Forlan (Uruguay) und – Überraschung – Lionel Messi (Argentinien).

Und was meint Paul, der bekannteste Tintenfisch der Welt?

Das Tierorakel aus Oberhausen – mittlerweile ein Fernsehstar ist, weil es den Ausgang aller deutschen Spiele richtig „getippt“ hat – legte sich am Freitag bei seinem Muschelfleischmahl fest: Deutschland wird Dritter. Und Spanien Weltmeister. Bislang war Paul unfehlbar, aber noch nie doppelt im Tippeinsatz.

WM 2010 Niederlande gegen Spanien - Die WM-Finalisten im Spieler-Vergleich
Heiko Rehberg 09.07.2010
09.07.2010