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WM 2010 Deutsches Stürmerduo im Pech
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20:36 18.06.2010
Von Heiko Rehberg
Auch die deutschen Offensivkräfte Miroslav Klose (Bild, rechts) und Lukas Podolski hatten einen schweren Stand gegen das Team vom Balkan. Quelle: afp
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Doch dort stand in der 60. Minute Podolski („Normalerweise bin ich ein sicherer Schütze“) mit dem Ball – und verwandelte nicht.

„Es gab von mir keine Vorgaben, wer schießt“, sagte Bundestrainer Joachim Löw, „wer den Mut hat, nimmt sich den Ball, so war es abgesprochen. Bastian und Lukas sind beide sichere Schützen.“ Normalerweise, beklagte Löw, schieße Podolski schärfer und besser in die Ecke. „Dieser Ball war für den Torwart haltbar.“ Dass Podolski direkt vor dem Strafstoß zwei gute Möglichkeiten (57., 59. Minute) ausgelassen hatte, war für den Bundestrainer kein Grund, bei der Wahl des Schützen einzugreifen: „So etwas wirft Lukas normalerweise nicht aus der Bahn.“

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Normalerweise fliegt auch Miroslav Klose nicht vom Platz. Gegen Australien hatten Podolski und er die ersten beiden Tore erzielt, diesmal waren sie die großen Pechvögel. Löw fand die Gelb-Rote Karte für Klose in der 37. Minute zwar „sehr, sehr hart“, hätte von dem erfahrenen Profi aber im Zweikampf mit Dejan Stankovic mehr Cleverness erwartet. „Wenn er bereits verwarnt ist, muss er im Mittelfeld nicht versuchen, den Ball von hinten zu gewinnen“, sagte Löw. Klose sah das anders. „Ich habe mich in dieser Szene nicht dumm angestellt“, sagte er und war „enttäuscht und wütend“.

Klose wurde auch ein „Opfer“ von Schiedsrichter Alberto Undiano, der bei harmlosen Fouls verschwenderisch die Gelbe Karte zeigte, acht Stück waren es am Ende, gleichmäßig verteilt auf beide Teams. „Er hat bei sehr vielen Kleinigkeiten und Fouls, die nicht bösartig waren, Karten gezeigt“, sagte Löw. Bastian Schweinsteiger wurde deutlicher: „So macht Fußball keinen Spaß. So etwas wie mit den Karten habe ich noch nie erlebt. In der Champions League würde man lachen.“ Doch zum Lachen war am Freitag in der deutschen Mannschaft keinem zumute.