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WM 2010 Dickes Lob für Thomas Müller vom "Bomber der Nation"
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11:45 16.06.2010
Mit links, mit rechts, mit dem Kopf: Überraschungsgast Gerd Müller (rechts) schaute im Quartier der deutschen Elf vorbei und hatte viel Lob für Thomas Müller mitgebracht. Quelle: dpa
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Mächtig was los am Dienstag im deutschen Fußball-WM-Quartier in Erasmia. Die Tage zwischen den Spielen sind normalerweise lang wie ein Turnier und langweilig wie bislang viele Partien in Südafrika. Und passieren tut meistens auch nichts. Doch bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft scheint bei dieser Weltmeisterschaft alles ein bisschen anders zu sein, selbst in den gefürchteten Zwischentagen nach dem 4:0-Sieg gegen Australien und vor dem zweiten Spiel am Freitag in Port Elizabeth (13.30 Uhr, live im ZDF) gegen Serbien.

Am Dienstag zum Beispiel war ein Traumtag, wenn auch nicht unbedingt vom Wetter, das sich nun auch in der Provinz Gauteng zwischen Johannesburg und Pretoria winterlicher präsentiert, mit bis zu minus fünf Grad in der Nacht und elf Grad am Tag, die ein frischer Wind wesentlich kälter anfühlen lässt. Davon mal abgesehen war aber auch gestern die Stimmung im deutschen Lager bestens, noch aufgehellt durch Überraschungsgäste. Uwe Seeler war da, die Hamburger Fußballlegende, und irgendwie gelang es den hartnäckigen Fotografen, ihm eine Vuvuzela in die Hand zu drücken. Und auch Gerd Müller schaute in Erasmia vorbei, Deutschlands erfolgreichster Stürmer aller Zeiten, siebenmal Bundesligatorschützenkönig, der „Bomber der Nation“. Weil es jetzt wieder einen Müller gibt, der im Deutschland-Trikot Furore macht, war das ebenfalls ein gefragtes Motiv: Gerd Müller trifft Thomas Müller. Alles Müller in Südafrika.

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Und weil der Gerd schon mal da war, wollten alle natürlich wissen, was er denn so hält von dem 20-jährigen Thomas, der mit einem Auftritt in Südafrika sogar die WM-Prominenz wie den Argentinier Lionel Messi in den Schatten gestellt hat. „Er ist mein Stürmer Nummer 1“, sagte Gerd über Thomas, „er kann es mit dem Kopf, mit links oder rechts. Und vor allem: Er ist ein ganz braver Junge.“ Der brave Junge bedankte sich artig, aber es war zu spüren, dass Thomas Müller tatsächlich sehr gerührt war von dem Kompliment des Mannes, den er von den Bayern-Amateuren kennt und der ihm auf dem Münchener Trainingsgelände immer mal wieder über den Weg läuft. „Wenn man ein Lob bekommt von einem, der 365 Tore in der Bundesliga geschossen hat, dann hat man schon mal ein Lächeln auf den Lippen“, sagte Thomas Müller. „365 Tore werde ich nicht schaffen, aber ich werde versuchen, so nah wie möglich ranzukommen.“

Dass Thomas heute wie Gerd früher in der Nationalelf die Nummer 13 auf dem Trikot trägt, machte die Müller-Geschichte rund. Ein Zufall? Na ja, erzählte Thomas Müller, „die erfahrenen Spieler in der Nationalmannschaft hatten bei der Nummernwahl vor der WM ein Vorwahlrecht. Am Ende waren nur noch die 13, die 14 und die 4 übrig, da habe ich dann zugegriffen.“ Am Ende des Tages kam die Sprache dann doch noch auf das nächste WM-Spiel gegen Serbien, ein „gefährliches Spiel“, wie Thomas Müller fand und ganz im Sinne von Bundestrainer Joachim Löw versuchte, der Euphorie in Deutschland nach dem Auftaktsieg gegen Australien die Fakten gegenüberzustellen. „Wir werden nicht jedes Spiel mit 4:0 gewinnen. Wir sind noch nicht Weltmeister und noch für nichts qualifiziert. Wir sollten nicht denken, dass wir jetzt hier bei der WM die Übermannschaft sind“, sagte Thomas Müller. Gerd Müller wird auch bei diesen Sätzen auf ihn stolz gewesen sein.

Dass Thomas Müller trotzdem überzeugt ist, dass die deutsche Mannschaft im zweiten WM-Spiel den zweiten Sieg landet, sei der Vollständigkeit halber erwähnt. Sollte es nicht wie gewünscht laufen am Freitag in Port Elizabeth, bleibt die Erinnerung an den Ratschlag von Uwe Seeler: „Den Ball immer sofort reinhauen.“

Aus Pretoria berichtet Heiko Rehberg

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Fußball-Deutschland freut sich bereits auf den Freitag, auf das zweite Weltmeisterschaftsspiel der deutschen Nationalmannschaft in Südafrika gegen Serbien (13.30 Uhr, live im ZDF). Aber der Bundestrainer war am Tag nach dem grandiosen 4:0-Auftakt gegen Australien noch mit dem ersten Spiel beschäftigt.

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