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WM 2010 Die Koffer sind gepackt: DFB-Team fliegt mit A380 zur WM
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20:15 05.06.2010
Gejubelt werden, wie hier gegen Bosnien-Herzegowina, soll auch in Südafrika. Quelle: dpa
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Die Anspannung und auch die Freude wachsen. Wenn der über 60-köpfige DFB- Tross an diesem Sonntagabend den Sonderflug LH 2010 von Frankfurt (Main) nach Johannesburg antritt, nimmt sie eine ganze Menge Euphorie und vor allem viel Hoffnung mit an Bord des Super-Airbus A380. „Deutschland wird eine wichtige Rolle spielen“, verkündete Cacau mit neuem Selbstbewusstsein.

Er jagt den Stammplatz von Miroslav Klose. Der weiter um seine Form ringende Bayern-Stürmer bleibt eine Woche vor dem ersten Spiel in Südafrika zwar kämpferisch, räumte erstmals aber eine Fehleinschätzung ein. „Ich muss zugeben, dass ich die Situation unterschätzt habe“, sagte der WM-Torschützenkönig von 2006 zu seinem Irrtum, dass der Weg vom frustrierten Reservisten beim FC Bayern zum Nationalkicker in Top-Verfassung problemloser zu bewältigen sei. „Ich muss nichts neu lernen, aber ich muss wieder ein besseres Gefühl für die Automatismen des Teams bekommen. Das hatte ich mir leichter vorgestellt“, sagte der Angreifer der „Bild“-Zeitung (Sonnabend).

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Kloses Teamkollegen fühlen sich schon jetzt gut gerüstet. „Ich bin überzeugt davon, dass wir ein gutes Turnier spielen werden“, erklärte Abwehrmann Arne Friedrich. Der Noch-Berliner ist zwar einer der wenigen Älteren im „WM-Kindergarten“ von Jogi Löw. Aber auch der 31- Jährige steht mit für die Wandlungen innerhalb des DFB-Teams. Während der Saison schwächelte Friedrich noch und stieg mit Hertha sogar in die 2. Liga ab. Kaum jemand traute dem Routinier eine positive WM- Überraschung zu. Doch im Kreis des Nationalteams erlebten alle plötzlich einen neuen Friedrich.

Ein „enormer Willen“ zeichne die WM-Spieler 2010 aus, und „dass sie leidenschaftlich trainieren, wahnsinnig belastbar sind“, erklärte Löw. Vom verletzten Kapitän Michael Ballack und von den weiteren vier Ausfällen im WM-Jahr sprach nach dem 3:1 bei der WM-Generalprobe gegen Bosnien-Herzegowina erst einmal niemand mehr. „Ich möchte Leute in der Offensive, die kombinieren können“, betonte WM-Projektleiter Löw. Und ob Mesut Özil, Cacau, Sami Khedira, Thomas Müller, Lukas Podolski oder Marko Marin - alle scheinen das zu verinnerlichen. „Deshalb haben wir eine gute Basis“, meinte der Bundestrainer, der sich am Sonnabend zu Hause noch „ein wenig Ruhe“ vor dem Sturm gönnte.

Die neuen Chefs Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger trauen dem Team ab 13. Juni schon jetzt durchaus ähnliches zu wie der „Sommermärchen“-Mannschaft vor vier Jahren, die immerhin auf Rang drei gekommen war. „Wir sind zwar eine junge Mannschaft, aber schon auch eine mit Erfahrung. Es macht Spaß, die jungen Burschen zu sehen, wie sie spielen und sich bewegen. Ich glaube, dass ist ein ganz anderer Fußball als noch vor ein paar Jahren“, sagte Vize-Kapitän Schweinsteiger. Der neue Kapitän Lahm hatte schon vor 2006 ein „gutes Gefühl“, jetzt sei das sogar „noch besser“.

“2006 hatten wir ein paar Spieler, die waren erfahren, hatten mehrere Turnier gespielt, da hatten wir natürlich auch Qualität. Jetzt haben wir junge Spieler, die sind fußballerisch sehr gut“, bemerkte Löw zu dem durchaus mutigen Vergleich und machte deutlich: „Deshalb sind sie von uns auch ausgewählt worden.“ Allerdings ist der Ausgang des Jugend-Experiments nicht wirklich voraussagbar.

Bis um 16 Uhr am Sonntag muss sich der jüngste deutsche WM- Kader seit 76 Jahren auf dem Frankfurter Flughafen einfinden. Den Feinschliff ab Montag in Pretoria hat der Bundestrainer längst im Kopf: Spiel ohne Ball, schnelle Kombinationen, Direktpass-Spiel - und vor allem der noch mangelhafte Abschluss stehen im Super Stadium von Atteridgeville von Pretoria, der Trainingsstätte der Deutschen, noch auf der Übungs-Agenda. Doch erst einmal will sich das Team gleich bei den Gastgebern vorstellen - mit einem öffentlichen Training.

dpa

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Der weiter um seine WM-Form ringende Miroslav Klose bleibt kämpferisch, räumt eine Woche vor dem ersten Spiel in Südafrika aber erstmals eine eigene Fehleinschätzung ein. „Ich muss zugeben, dass ich die Situation unterschätzt habe“, sagte der 31 Jahre alte Klose mit Hinweis auf die persönlich schwierige Saison beim FC Bayern.

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