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WM 2010 FIFA prüft Vuvuzela-Verbot in WM-Stadien
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17:43 14.06.2010
Beliebt und umstritten: Die Plastiktröte Vuvuzela. Quelle: ap
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Das Unbehagen an den Vuvuzelas wächst: ARD und ZDF haben nach zahlreichen Beschwerden von Zuschauern über die Tröten bei der Fußball-WM in Südafrika die TV-Produktionsfirma HBS über die Proteste informiert. „Auch andere europäische TV-Sender finden das nervig“, sagte am Sonntag ARD/ZDF-Teamchef Dieter Gruschwitz.

Das Organisationskomitee (OK) der Fußball-WM schließt angesichts der anhaltenden Kritik an den Vuvuzelas ein Verbot in den Stadien nicht mehr völlig aus - obwohl der Weltverband FIFA schon mehrfach betont hatte, dass eine solche Maßnahme nicht in Frage komme. „Wenn es Gründe gibt, dann ja“, sagte OK-Boss Danny Jordaan dem britischen Sender BBC auf die Frage nach einem möglichen Trötenverbot. „Wir haben immer gesagt, dass wir handeln werden, wenn sie (Vuvuzelas) auf dem Rasen landen“, wird Jordaan auf der Website des Senders zitiert.

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Unter dem Motto „Welcome the world home“ hat am Freitag die Eröffnungsfeier der ersten Fußball-WM auf afrikanischem Boden begonnen. Die 40-minütige Show fand im ausverkauften Soccer-City-Stadion am Rande von Johannesburg statt.

Jordaan bestätigte demnach, dass mehrere Sendeanstalten und Personen sich über die Tröten beklagt hätten. „Wir überprüfen das laufend.“ Frankreichs Mannschaftskapitän Patrice Evra hatte bereits die Vuvuzelas für das schwache Auftreten seines Teams mitverantwortlich gemacht. Die Franzosen seien von den Tröten frühmorgens geweckt worden.

ZDF-Sportchef Gruschwitz betonte, dass es sich nicht um eine offizielle Protestnote handle. Es stehe deutschen Sendern nicht zu, ein Verbot der Vuvuzelas von der FIFA und den WM-Gastgebern in Südafrika zu fordern. „Wir sind Gast in einer anderen Kultur und müssen damit leben“, erklärte er.

Die Firma HBS produziert im Auftrag der FIFA die WM-Übertragungen aus Südafrika. Eine Sprecherin des Unternehmens machte gegenüber „Spiegel online“ wenig Hoffnungen auf eine Besserung des Vuvuzela-Problems: „Eine Eliminierung oder Filterung des Vuvuzela-Geräuschpegels ist technisch ohne eine Beeinflussung des Gesamtsignals nicht möglich.“

Die deutschen TV-Sender rüsten ihre WM-Reporter inzwischen mit älteren Lippenmikrofonen statt mit modernen Headsets (Kopfhörer) aus. Dadurch sollen weniger Umgebungsgeräusche aufgenommen werden. Trotz einer Verbesserung der Ton-Qualität ist das permanente Bienenschwarm-Gesumme aber weiterhin bei jeden WM-Spiel zu hören.

dpa