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WM 2010 Gegen Australien plant Joachim Löw fest mit Miroslav Klose
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20:16 09.06.2010
Von Heiko Rehberg
Bundestrainer Joachim Löw (rechts) mit Miroslav Klose. Quelle: dpa
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Auf das schönste Geburtstagsgeschenk verzichtete der Bundestrainer. Miroslav Klose feierte gestern in Südafrika seinen 32. Geburtstag, und Joachim Löw hätte sein Geschenk auch gar nicht groß einpacken müssen. Er hätte morgens an Kloses Zimmertür im Mannschaftshotel „Velmore Grande“ klingeln und seinem Nationalstürmer alles Gute wünschen können, verbunden mit dem Satz: „,Miro‘, du bist am Sonntag gegen Australien dabei.“

Doch den Gefallen tat Löw dem Geburtstagskind nicht. „Solche Geschenke verteilen wir hier nicht“, sagte der Bundestrainer. Wenn Klose zu hören bekommt, was Löw gestern über ihn gesagt hat, dann dürfte er sich trotzdem reich beschenkt fühlen. Denn der Bundestrainer gab ihm zwar öffentlich keine Einsatzgarantie für das erste deutsche Spiel bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntag in Durban, doch alles, was er sagte, ließ nur einen Schluss zu: Klose wird gegen die Australier von Beginn an spielen.

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„,Miro‘ beginnt, langsam die Handbremse zu lösen“, sagte Löw, „mir war immer klar, dass er dafür ein bisschen Zeit brauchen wird.“ Glaubt man Löw, dann hat er gestern im „Super Stadium“ von Atteridgeville, wo die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihre Trainingseinheiten absolviert, einen anderen Klose gesehen als in den Tagen zuvor. „Er war beweglich und schnell in seinen Aktionen“, sagte Löw, „,Miro‘ fühlt sich körperlich wieder besser, und das war deutlich zu erkennen.“

Löw hatte dem Ersatzmann des FC Bayern nach dessen Ankunft bei der Nationalmannschaft in Südtirol ein anstrengendes Trainingsprogramm verschrieben, genau wie Kloses Kollegen und Münchener Leidensgenossen Mario Gomez, der in den Überlegungen des Bundestrainers allerdings keine große Rolle spielt. Klose aber, da hatte sich Löw früh festgelegt, ist sein Stürmer Nummer 1. In acht Trainingseinheiten hat Klose Aufholarbeit betrieben, die Müdigkeit, die ihn noch in den abschließenden Testspielen gegen Ungarn (3:0) und Bosnien-Herzegowina (3:1) gelähmt hatte, scheint verschwunden. Und lächeln, sagt Löw, würde Klose auch endlich wieder: „Er ist auch psychologisch im Aufwind.“

Geholfen haben dürfte dem sensiblen Stürmer, dass seine Kollegen versucht haben, ihn aufzubauen. „Er ist absolut WM-erfahren“, sagte zum Beispiel Abwehrspieler Per Mertesacker, „er kann sich selbst am besten einschätzen. Ich bin gespannt, was ,Miro‘ aus sich rausholt.“

Das dürfte auch Löw sein, der weiß, dass Klose ein gutes erstes WM-Spiel braucht, damit er dessen Stammplatz rechtfertigen kann. Mit dem Stuttgarter Cacau hat sich in den vergangenen Wochen eine Alternative aufgedrängt, doch wenn nicht alles täuscht, dann sieht Löws WM-Plan so aus: Klose fängt an – und Cacau kommt, wenn sich Löw in seinem Lieblingsstürmer doch getäuscht haben sollte.