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WM 2010 Handspiel von Suarez spaltet die Fußballwelt
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19:42 06.07.2010
Luis Suarez bei seiner „lohnenswerten Aktion“: In der 120. Minute des WM-Viertelfinals gegen Ghana wehrte der Uruguayer einen Kopfball mit der Hand auf der Linie ab. Quelle: ap
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Sichtlich verärgert reagierte Uruguays Trainer Oscar Tabarez vor dem Halbfinalspiel seiner Mannschaft gegen die Niederlande in Kapstadt auf die Vorwürfe gegen den Angreifer. Vor den Medienvertretern sprach er von einer Medienkampagne gegen Stürmer Luis Suarez und sein Team: „Wir haben in mehr als zwei Spielen keine Gelbe Karte erhalten. Kommt mir deshalb nicht damit, dass wir eine Mannschaft sind, die betrügt. Das akzeptiere ich nicht.“

Auf Fragen nach dem Vorfall, bei dem Suarez in der Nachspielzeit der Verlängerung den Ball auf der Linie mit der Hand abgewehrt und damit ein sicheres Tor für Ghana verhindert hatte, reagierte Tabarez mittlerweile allergisch. Zwar wurde das Vergehen mit der Roten Karte für den Übeltäter und einem Strafstoß geahndet, den Ghanas Angreifer Asamoah Gyan jedoch verschoss. Das Elfmeterschießen gewann Uruguay.

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Der Coach hält die Kritik an dem Last-Minute-Handspiel für maßlos überzogen. „Für was ich mich schäme, ist das Drama, das die Journalisten daraus machen – vor allem die britischen Medien. Wer weiß warum, aber ich kann es mir schon denken“, klagte er in Anspielung auf die Fehlentscheidung seines Landsmannes Jorge Larrionda, der im Achtelfinale zwischen Deutschland und England das vielzitierte Wembley-Tor für die „Three Lions“ nicht gegeben hatte. Äußerungen und Gesten von Suarez direkt nach der Partie in Johannesburg trugen zur Verschärfung der Diskussion bei. So hatte der Torjäger von Ajax Amsterdam von einer „lohnenswerten Aktion“ sowie – mit Bezug auf das Handtor Maradonas 1986 bei der WM in Mexiko – von der „Hand Gottes“ gesprochen und war nach dem Happy End im Elfmeterschießen auf Schultern vom Rasen getragen worden.

Von fehlender Reue kann nach Einschätzung des Trainers dennoch keine Rede sein: „Sprecht mir nicht davon, dass wir keine Demut gezeigt haben. Bitte! Das Thema ärgert mich. Das ist mir zu hoch gehängt“, sagte der genervte Trainer. Für Suarez war es Gottes Werk, für den gegnerischen Coach dagegen Teufels Beitrag. Voller Zorn hatte Ghanas Fußballlehrer Milovan Rajevac von einer „sportlichen Ungerechtigkeit“ gesprochen. Auch außerhalb Ghanas wurden Forderungen nach Regeländerungen laut, in einem solchen Fall das Tor einfach zu geben. Schließlich hätte der Kopfball von Dominic Adiyiah die Linie ohne das Handspiel überschritten, Ghana die Partie 2:1 gewonnen und wäre als einziges afrikanisches Team ins Halbfinale eingezogen. „Die Hand des Teufels“, titelte die seriöse südafrikanische „Sunday Times“. Diese Polemik verärgerte nicht nur Tabarez, sondern auch seine Profis. Superstar Diego Forlan stellte sich demonstrativ vor seinen Sturmkollegen: „Luis hat richtig gehandelt. Eigentlich hatten wir von ihm ein Tor erwartet, doch nun hat er eines verhindert. Auch gut.“

dpa