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WM 2010 Kapitän Lahm: „Die Mannschaft ist intakt, sie hat alles versucht“
Sportbuzzer Themen WM 2010 Kapitän Lahm: „Die Mannschaft ist intakt, sie hat alles versucht“
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08:15 21.06.2010
Von Heiko Rehberg
Zuversichtlich: Philipp Lahm Quelle: dpa
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Herr Lahm, wie ist die Stimmung in der deutschen Mannschaft nach dem 0:1 gegen Serbien und vor dem entscheidenden Spiel am Mittwoch gegen Ghana? Ist der Druck jetzt nicht gewaltig?

Wir waren sehr enttäuscht, und man hat ein bisschen Wut in sich. Aber wir müssen in erster Linie nach vorne schauen, anknüpfen an unsere Leistung in der 2. Halbzeit gegen Serbien. Ich mache mir vor dem Ghana-Spiel überhaupt keine Sorgen, weil man gesehen hat, dass wir immer in der Lage sind, uns Torchancen zu erarbeiten. Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass wir das Achtelfinale erreichen. Es braucht keinem angst und bange sein. Und Druck ist vor jedem Spiel da, das man gewinnen will.

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Bei der EM 2008 gab es im zweiten Vorrundenspiel gegen Kroatien ebenfalls eine Niederlage, danach hat Bundestrainer Joachim Löw einiges umgestellt. Muss jetzt vor dem Ghana-Spiel ähnliches passieren?

Wir müssen an unserem Stil festhalten. Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern, weil wir ordentlich Fußball gespielt haben. Wir haben in beiden Vorrundenspielen (4:0 gegen Australien, 0:1 gegen Serbien, d. Red.) gut gespielt. Trotzdem müssen wir kritisch ansprechen, welche falschen Entscheidungen wir auf dem Platz getroffen haben.

An was denken Sie dabei?

In der 1. Halbzeit hatten wir ein zu langsames Passspiel, wir haben die Serben nicht gezwungen, sich zu bewegen.

Vor dem 0:1 konnte Holger Badstuber die Flanke nicht verhindern.

Ich sehe das nicht als Fehler von Holger an. Man kann nicht jede Flanke verhindern. Danach stehen Arne (Friedrich, d. Red.), Per (Mertesacker, d. Red.) und ich nicht so, wie man stehen muss. Wir müssen vor dem Tor geordneter sein.

War es eine falsche Entscheidung, Lukas Podolski den Elfmeter schießen zu lassen, hätten Sie sich als Kapitän da vielleicht vorher einmischen müssen?

Es ist nicht meine Aufgabe, da mitzusprechen. Eine falsche Entscheidung war das nicht. Falsch war, dass er in die falsche Ecke geschossen hat, in die, in die der Torwart gesprungen ist. Lukas hat vorher jeden Elfmeter sicher verwandelt. Warum sollte dieser Spieler nicht zum Elfmeterpunkt gehen?

Bei der WM sind die Schiedsrichter mit Gelben Karten schnell bei der Hand. Was bedeutet das für die Spieler?

Wir müssen uns darauf einstellen, dass es offensichtlich bei jedem Rempler Gelb gibt. Das ist der neue Stil der Schiedsrichter. Die erste Gelbe Karte für Miro (Klose, d. Red.) war meiner Ansicht nach niemals eine Gelbe Karte, aber danach muss man sich halt darauf einstellen. Auch ich habe das falsch gemacht bei meiner Verwarnung.

Haben Sie die Latte zu hoch gelegt, als Sie gesagt haben, dies sei die beste deutsche Nationalelf, in der Sie je gespielt haben?

Nee, überhaupt nicht, weil ich das genau so sehe. Die Mannschaft ist intakt, sie hat gegen Serbien alles versucht, und sie hat ein bisschen Pech gehabt. Aber es gibt im Fußball keine Laufkundschaft mehr, die man einfach wegfegt.

Ärgert es Sie, dass es nach dem vielen Lob gegen Australien gleich wieder Kritik gehagelt hat nach der Niederlage gegen Serbien?

Das gehört dazu. Aber ich lasse mir nicht einreden, dass wir ein schlechtes Spiel gezeigt haben. Das war ordentlich. Ein ordentliches Spiel von allen.

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