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WM 2010 Löw nominiert Bayern-Profis Butt und Badstuber
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22:47 06.05.2010
Bundestrainer Joachim Löw
Bundestrainer Joachim Löw. Quelle: dpa
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Seit dem Jahr 2006 ist die Bekanntgabe des deutschen Kaders für ein großes internationales Fußballturnier immer eine kleine Raterunde. Seit der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann für viele verblüffend David Odonkor aus dem Hut zauberte, fragen sich Beobachter wie Fans, welche Überraschungen es nun wohl gibt. 2008, vor der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz, war Marko Marin der Odonkor, auch wenn Bundestrainer Joachim Löw ihn letztlich aus dem endgültigen Kader strich. Gestern, bei der Präsentation des vorläufigen WM-Kaders für Südafrika, war die Überraschung, dass es keinen Odonkor gibt. Zwar nominierte Löw mit Holger Badstuber und Dennis Aogo zwei Neulinge für sein vorläufiges Aufgebot, das aber war allgemein erwartet worden.

Die größte Überraschung verbarg sich in einem anderen Bereich. Jörg Butt, der Torwart des FC Bayern München, ersetzt wie vermutet den verletzten Rene Adler, auf eine Reihenfolge bei seinen Torhütern wollte sich das Trainerteam jedoch nicht festlegen. „Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit, jetzt eine Reihenfolge festzulegen“, sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke nach der Präsentation des Kaders und öffnete damit einer neuen Variante die Tür: Dass es einen Zweikampf zwischen Tim Wiese und Manuel Neuer um die Nummer 1 im deutschen Tor geben wird, ist längst nicht ausgemacht. Denkbar ist auch ein Dreikampf mit Butt.

Nicht mit nach Südafrika reist Thomas Hitzlsperger, der als einer von Löws Lieblingsspielern gilt, in dieser Saison aber in einem Formtief steckt und auch nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zu Lazio Rom nicht über die Rolle als Reservist hinausgekommen ist. Insgesamt umfasst Löws vorläufiger Kader 27 Spieler, den er bis zum 1. Juni auf 23 Profis reduzieren muss. An diesem Tag muss der Bundestrainer dem Weltverband FIFA sein endgültiges Aufgebot benennen. Löw setzt auf einen Bayern-Block; insgesamt sieben Profis kommen aus München.

„Der Kader ist das Resultat von jahrelangen Analysen, die wir gemacht haben. Wir haben in diese Spieler absolutes Vertrauen“, sagte Löw und sprach bereits optimistisch vom Finale am 11. Juli: „Es erwarten uns acht Wochen Gemeinsamkeit, 50 anspruchsvolle Trainingseinheiten und hoffentlich sieben hochbrisante Spiele.“

Wie schon vor der EM 2008 will Löw den Konkurrenzkampf um die 23 Plätze im endgültigen Aufgebot ausreizen. Dabei geht es auch um die Frage, ob Sami Khedira oder Marcell Jansen nach ihren Verletzungen fit genug sind, um ein so langes Turnier spielen zu können.

Getragen werde der Kader von fünf Säulen, sagte Löw, zu denen er Michael Ballack, Per Mertesacker, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose zählt. Sie sollen die jüngeren Profis bei dem Turnier führen: Sieben „U 21“-Europameister stehen im deutschen Aufgebot.

dpa / r.

Der Kader im Überblick:

Das sind die 27 Nominierten, von denen dann noch einmal vier Spieler am 1. Juni kurz vor Beginn der WM gestrichen werden.

Tor:

Manuel Neuer, Tim Wiese, Jörg Butt

Abwehr:

Per Mertesacker, Serdar Tasci, Heiko Westermann, Philipp Lahm, Arne Friedrich, Jerome Boateng, Andreas Beck, Marcell Jansen, Holger Badstuber, Denis Aogo

Mittelfeld:

Michael Ballack, Mesut Özil, Marko Marin, Toni Kroos, Piotr Trochowoski, Bastian Schweinsteiger, Christian Träsch, Sami Khedira

Angriff:

Lukas Posolski, Miro Klose, Stefan Kießling, Cacau, Thomas Müller, Mario Gomez

Nur für die Testspiele vor der WM als Perspektivspieler nominiert - nicht in Südafrika dabei sind Tobias Sippel, Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Marco Reus, Stefan Reinartz.