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WM 2010 Löw testet seine Nationalelf gegen Bosnien-Herzegowina
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20:59 02.06.2010
Von Heiko Rehberg
„Einspielen für Australien“: Philipp Lahm (links) gehört zur Wunschelf von Joachim Löw. Quelle: dpa
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Schnelle Spielverlagerung, Seitenwechsel mit Tempo. Das gehört zu dem, was Bundestrainer Joachim Löw sich wünscht, insofern war am Mittwoch ein guter Tag, denn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft praktizierte beides in Perfektion. Morgens noch ein kurzes Anschwitzen im Trainingslager in Südtirol, mittags dann der Seitenwechsel mit dem Flugzeug von Bozen nach Frankfurt, abends posieren für das offizielle WM-Mannschaftsfoto mit anschließender Trainingseinheit im Stadion. Und am Donnerstag steht (20.30 Uhr, live in der ARD) dann die Südafrika-Generalprobe gegen Bosnien-Herzegowina auf dem Programm.

„Einspielen für Australien“ heißt das Motto gegen die Bosnier und Herzegowiner. Australien ist am 13. Juni in Durban der erste deutsche Vorrundengegner bei der Weltmeisterschaft, das Freundschaftsspiel gegen Edin Dzeko, Vedad Ibisevic und Co. ist für den Bundestrainer die erste und zugleich letzte Gelegenheit, seine WM-Formation unter Wettkampfbedingungen zu testen. Und auch wenn es etwas kurios klingt: Löw hofft heute auf starke Gegner, die seine Mannschaft anders als die Harmlostruppe der Ungarn (3:0) fordern. Bosnien-Herzegowina, auf dem Weg nach Südafrika erst in der Relegation an Portugal gescheitert, darf also ruhig die Schwachstellen im Team aufzeigen, nur für neue Verletzungsprobleme sollten die Gäste nicht sorgen.

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Eine erneute Experimentierstunde wird es heute in Frankfurt nicht geben. Sieben, acht Spieler hat Löw für seine WM-Wunschelf im Kopf, offen scheinen lediglich noch drei Positionen zu sein: Gesucht werden in der Innenverteidigung der Partner für Per Mertesacker, ein Linksverteidiger und einer, der in der Offensive die rechte Mittelfeldseite besetzt. Mit Arne Friedrich, Dennis Aogo und Thomas Müller hat Löw bereits Favoriten für die vakanten Stellen, das Spiel gegen die Bosnier ist für sie die Chance, ihren Chef endgültig zu überzeugen.

Unter Beobachtung wird heute auch die Premiere der neuen Mittelfeld-Schaltzentrale stehen. Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira bekommen erstmals die Gelegenheit, gemeinsam zu spielen, bislang konnten sie nur wenige Male beim Training in Südtirol ihre Rollen ausprobieren. Was Löw von ihnen erwartet, hat er klar formuliert: „Wichtig ist ein Wechselspiel, ich will nicht, dass einer nur defensiv und der andere nur offensiv spielt.“ Löw, ohnehin kein Freund des Mittelfeldabräumers, der grätschend durch die Räume vor der Abwehr fegt, erwartet von Schweinsteiger und Khedira „Präsenz und Torgefahr“.

Und dann ist da noch Miroslav Klose, das große Sorgenkind im Angriff. Keinem in der deutschen Mannschaft würde heute ein Tor mehr helfen. Löw hat nach wie vor „großes Vertrauen“ in seinen Stürmer Nummer 1, er weiß aber auch, dass der Bayern-Angreifer langsam beginnen muss, diesen Vorschuss zurückzuzahlen. „Miro ist schon oft abgeschrieben worden und hat immer wieder zurückgeschlagen“, sagt Löw, der die Stürmerdiskussion am liebsten vor der WM beenden würde. Doch das kann nur Klose mit einer überzeugenden Vorstellung.

Das Frankfurter Stadion wird heute ausverkauft sein, auch das macht das letzte Testspiel vor dem großen Turnier zu einem Freundschaftsspiel mit Sternchen. „Für uns ist es wichtig, bei den Fans Begeisterung auszulösen“, sagt Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. „Wir können Rückenwind gut gebrauchen.“ Nach dem Abpfiff bekommen die Nationalspieler zwei Tage frei. Sonntag um 17 Uhr ist dann in Frankfurt wieder Treffpunkt zum Abheben. Dann heißt es: Auf nach Südafrika!

Heiko Rehberg 02.06.2010
02.06.2010