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WM 2010 Löw und Schweinsteiger haben ein gutes Gefühl
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21:52 11.06.2010
Von Heiko Rehberg
Bastian Schweinsteiger lässt sich nicht beirren - auch nicht von den Rasensprengern im Trainingsplatz. Quelle: ap
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Bastian Schweinsteiger wagte schon mal den Blick ein paar Etappen nach vorn: „Wir haben junge Spieler, die trauen sich viel zu. Vielleicht könnte was Großes dabei herauskommen.“ Der Mittelfeldspieler ließ offen, was für ihn und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft groß wäre bei der Weltmeisterschaft in Südafrika. Doch vor dem ersten Spiel am Sonntag in Durban gegen Australien (20.30 Uhr, live im ZDF) vermitteln alle im deutschen Team einen sehr selbstbewussten und zuversichtlichen Eindruck.

Und sie scheinen tatsächlich deutlich mehr vorzuhaben, als sich auf irgendwelche Minimalziele wie das Überstehen der Vorrunde oder das Erreichen des Viertelfinales festzulegen. „Hungrig“ sei die Mannschaft, sagt Kapitän Philipp Lahm. Hungrig auf Erfolg.

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Australien wird am Sonntag nicht der Maßstab sein für die großen Spiele, die im Laufe des Turniers anstehen, vor allem für die K.-o.-Spiele. Aber bereits in dieser für den Einstieg in ein Turnier so enorm wichtigen Partie wird die junge deutsche Mannschaft brauchen, worauf es auch später ankommen wird: Zähigkeit, Mut, Geduld. Und ja – vielleicht auch Glück. Glück, dass Stürmer Miroslav Klose sich mit einem Tor alle Sorgen wegschießt. Glück, dass Torwart Manuel Neuer bei einer australischen Chance richtig steht. Glück, einfach nur in Führung zu gehen – und plötzlich läuft alles fast wie von alleine. „Ich habe ein unglaublich gutes Gefühl und ein ruhiges Gewissen“, sagt Joachim Löw und strahlt dabei die Überzeugung eines Bundestrainers aus, der weiß, „dass wir mehr nicht tun können“. In zwei Videositzungen hat er seine Mannschaft mit den australischen Stärken und Schwächen vertraut gemacht, die Abwehrspieler bekamen zudem extra ein Video zu sehen von Tim Cahill, dem unbestritten besten Spieler des Gegners.

Löw hat wie immer jeden Stein umgedreht, um nichts zu vergessen. Er sagt, dass „viele Spieler ihren Zenit erst in einigen Jahren erreichen werden“, aber er hält sie bereits jetzt für stark genug, bei einer WM weit zu kommen. Der 50-Jährige hat viele Gespräche geführt, die einstimmen sollten auf die Besonderheiten und Gefahren eines großen Turniers. Aus der voraussichtlichen Startelf ist es für fünf Spieler – Neuer, Holger Badstuber, Thomas Müller (er rangelt noch mit Piotr Trochowski um die einzig offene Position), Sami Khedira und Mesut Özil – die erste WM. Wie sie in Momenten reagieren, die Löw „Extremsituationen“ nennt, weiß er selbst nicht: „Bei der WM vor vier Jahren zum Beispiel das Viertelfinale gegen Argentinien: der Rückstand, das Elfmeterschießen, auf so etwas kann man keinen vorbereiten.“

Auch ein schnelles 0:1 gegen die Australier fiele in die Kategorie Extremsituation, und viele Experten in Deutschland glauben, dass eine junge Mannschaft dann ratloser sein wird als eine ausgebuffte Truppe. Löw sieht das anders: „In solchen Momenten machen auch routinierte Spieler Fehler“, sagt er. „Erfahrung spielt eine leicht untergeordnete Rolle. Was zählt ist die Qualität.“ Und von der ist Löw überzeugt bei seiner forschen Elf, in der sich einer wie der 25-jährige Schweinsteiger von Medienchef Harald Stenger zu den „alten Hasen“ zählen lassen muss. Junge Wilde, alte Hasen – sieht so die Erfolgsmischung aus?