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WM 2010 Manuel Neuer ist arbeitslos auf hohem Niveau
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07:54 23.06.2010
Auf dem Sprung: Manuel Neuer ist bereit für das Gruppenfinale gegen Ghana. Quelle: ap
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Da kommt heute etwas zu auf Manuel Neuer, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Zweimal hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bisher bei der Weltmeisterschaft gespielt, einmal in Durban, einmal in Port Elizabeth. Beide Städte liegen an der Küste. „Soccer City“, das Stadion in Johannesburg, befindet sich in 1753 Metern Höhe. Was da auf den deutschen Torwart zukommt, ist der Ball. Er fliegt wegen des geringeren Luftwiderstandes weiter als üblich, teilweise bis zu fünf Meter.

Für einen Torwart ist das nicht unwichtig zu wissen, aber Neuer wirkt nicht, als ob ihn das jetzt irgendwie beunruhigt, vielleicht, weil die deutsche Elf unter den gleichen Höhenbedingungen wie in „Joburg“ trainiert. „Sie wollen bestimmt auf den Ball hinaus“, sagt Neuer und enttäuscht alle, die jetzt erwartet hatten, der WM-Ball „Jabulani“ würde auch von ihm rund gemacht: „Ich werde mit dem Ball immer positiv umgehen.“

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Obwohl, etwas fällt Neuer dann doch ein, was es zu bemängeln gibt. „Im letzten Spiel war der Ball nicht richtig aufgepumpt. Wir hatten zwei Bälle, die nicht weltmeisterschaftswürdig waren, aber es wurde nichts daran geändert. Das hat mich ein bisschen aufgeregt“, sagt er. „Es kann nicht sein, dass bei einer WM die Bälle nicht richtig aufgepumpt sind.“

An Neuers Ärger lässt sich erkennen, dass der Torwart bislang keine größeren Probleme bei der WM hatte. Es ist ein merkwürdiges Turnier bisher für den 24-Jährigen. Er hatte kaum Arbeit beim 4:0 gegen Australien und dem 0:1 gegen Serbien. „Es kamen keine Torschüsse, die ich abwehren konnte“, sagt er. „Im Training spiele ich auf hohem Niveau, bin gut drauf und kann das nicht zeigen.“

Torhüter wollen immer zeigen, was sie können; Neuer erst recht, weil im Torwartland Deutschland vor der WM diskutiert wurde, ob der Schalker wirklich besser ist als Tim Wiese und Jörg Butt. Umgekehrt gilt die alte Torwartregel, die auch Neuer kennt: Je weniger aufs Tor kommt, desto besser. „Im Prinzip will man ja auch nicht so viel zu tun bekommen. Der Mannschaftsgedanke steht im Vordergrund“, sagt er.

Es ist bislang nicht die Weltmeisterschaft der Torhüter, fast jeden WM-Tag greift einer von Neuers Kollegen daneben. „Man kann sich natürlich in die Situation hineinversetzen“, sagt er zu einem Patzer, wie er Englands Torwart Robert Green unterlaufen ist: „Ein Torwart fängt immer wieder bei null an, auch wenn es 0:2 steht. Das muss man sich jedes Mal vor Augen halten.“

Zwei Elfmetertore hat Ghana bislang erzielt, Neuer weiß, dass Asamoah Gyan in die Ecke schießt. „Vielleicht wird er den nächsten in die Mitte schießen“, sagt er. „Aber ich gehe nicht davon aus, dass Ghana gegen uns einen Elfmeter bekommt.“

Aus Pretoria berichtet Heiko Rehberg

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