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WM 2010 Miroslav Klose nach dem Sieg gegen Australien im Interview
Sportbuzzer Themen WM 2010 Miroslav Klose nach dem Sieg gegen Australien im Interview
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08:40 15.06.2010
Von Stefan Knopf
Miroslav Klose Quelle: afp
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Gratulation, Herr Klose. Immer wenn Deutschland bei einer WM ein erstes Spiel bestreitet und sie dabei sind, dann sind Sie auch Torschütze ...

Ja, aber meine Quote wird immer schlechter. Bei der WM 2002 habe ich dreimal getroffen (beim 8:0 gegen Saudi-Arabien, die Red.), 2006 zweimal (beim 4:2 gegen Costa Rica, die Red.), jetzt gegen Australien nur einmal. Wenn das so weitergeht, brauche ich 2014 gar nicht mehr aufzulaufen.

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Ganz Deutschland hat sich mit Ihnen über Ihr Tor gefreut, auch Ihre Kollegen haben Sie gefeiert, vor allem Kapitän Philipp Lahm hat Sie eine gefühlte halbe Minute in den Arm genommen. Was bedeutet Ihnen das alles?

Sehr viel. Es hat mit gezeigt, gebraucht zu werden, nicht nur nach dem Tor, sondern die ganze Zeit. Das ist ein tolles Gefühl.

... und die Umarmung mit Lahm, was hat er Ihnen dabei ins Ohr geflüstert?

Ich hatte meinen Fokus so auf dem Spiel, dass ich es nicht mehr weiß. Ich habe ihn gefragt, aber Philipp wusste es auch nicht. Es ist ein schönes Gefühl, ihn imm Arm zu haben ... Ob es 30 Sekunden waren, weiß ich nicht, aber es war schon sehr lange.

Lahm hat gesagt, dass die jetzige Nationalmannschaft die beste ist, in der er bisher gespielt habe. Sehen Sie das ähnlich?

Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wir haben ein hervorragendes Team, keine Frage. Aber wir haben noch nichts erreicht.

Was ist das Besondere an dieser jungen deutschen Mannschaft?

Dass wir sehr gut harmonieren. Der Charakter ist hervorragend. Wir haben viele Spieler im mittleren Alter, Per (Mertesacker, die Red.), „Basti“ (Schweinsteiger, die Red.), Philipp (Lahm, die Red.), „Poldi“ (Podolski, die Red.), die sind um die 25 und haben schon viele Länderspiele und Turniererfahrung. Das ist sehr von Vorteil. Außerdem imponieren mir der Spaß, die Leichtigkeit, mit der die Mannschaft Spiele angeht. Das dürfen wir nicht verlieren.

Hat Ihr Bayern-Trainer Louis van Gaal Ihnen nach dem Australien-Spiel eine SMS geschickt?

Ja, aber vor dem Spiel. Mir haben auch viele ehemalige Trainer geschrieben. Sie haben mir geschrieben, dass sie an mich glauben. Das sind gute Trainer.

Hinter Ihnen liegt eine lange Durststrecke. Hatten Sie nie Zweifel?

Ich zweifele nie an mir. Eine große Stärke von mir ist es, mich auf den Punkt genau in Form zu bringen.

Interview: Heiko Rehberg