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WM 2010 Schweiz überrascht sich selbst beim 1:0-Sieg gegen Spanien
Sportbuzzer Themen WM 2010 Schweiz überrascht sich selbst beim 1:0-Sieg gegen Spanien
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21:29 16.06.2010
Welch ein Coup: Die Schweizer Gelson Fernandes, Steve von Bergen und Blaise N’Kufo (von links) haben gegen Spanien viel Spaß, Sergio Ramos schaut lieber nicht ganz so genau hin. Quelle: afp
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„Mir ist bewusst, dass wir heute Historisches geleistet und Geschichte geschrieben haben“, sagte Hitzfeld nach dem ersten Schweizer Erfolg im 19. Duell mit Spanien – und das ausgerechnet im Auftaktmatch der Fußball-Weltmeisterschaft.

„Diese drei Punkte sind ein Geschenk, und man braucht dafür auch Schlachtenglück. Der Sieg gibt uns Selbstbewusstsein für die nächsten Spiele“, sagte der 61-Jährige, dessen Mannschaft sich dank des Treffers von Gelson Fernandes (52. Minute) eine erstklassige Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale erarbeitet hat. Nächster Gegner ist am kommenden Montag Chile. „Um da zu bestehen, müssen wir uns nochmals steigern“, warnte Hitzfeld.

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Die Schweizer Nationalmannschaft unter Trainer Ottmar Hitzfeld hat mit einem sensationellen 1:0-Sieg gegen Europameister Spanien für die erste große Überraschung der Fußball-WM in Südafrika gesorgt.

Die hoch gelobten Spanier, in 48 Länderspielen zuvor seit November 2006 nur einmal besiegt, verließen fluchtartig das Moses-Mabidha-Stadion. Dabei hatten sie eigentlich alles getan, das Spiel dominiert – nur eben kein Tor geschossen. „Es gibt eben manchmal Überraschungen im Fußball“, sagte Hitzfelds spanischer Kollege Vicente del Bosque enttäuscht: „Es war nicht unser Tag, aber wir dürfen jetzt nicht gleich alles umwerfen, nur weil wir ein Spiel verloren haben.“

Hitzfelds Taktik ging voll auf. An der dicht gestaffelten Schweizer Abwehr liefen sich die Spanier um Andres Iniesta immer wieder fest, knallten den Ball wie Xabi Alonso an die Latte (68.) oder scheiterten wie Gerard Pique (24.) aus kurzer Distanz am überragenden Schlussmann Diego Benaglio. „Dass Spanien zu Torchancen kommen würde, war klar. Sie haben ein riesiges Potenzial“, lobte der Torwart des VfL Wolfsburg den Gegner. In der Schlussphase versuchte es der Europameister allerdings zunehmend mit der Brechstange und hohen Bällen. „Die Schweiz hat hervorragend verteidigt. Und das ist auch eine zulässige Spielweise“, räumte del Bosque ein.

Überraschend hatte Hitzfeld neben dem früheren Hannoveraner Blaise N’Kufo den Leverkusener Eren Derdiyok als zweiten Stürmer aufgeboten, was sich auch auszahlte: Nach einem Steilpass spielte Fernandes mit Derdiyok wunderschön Doppelpass und vollendete gegen die verzweifelten Klärungsversuche von Pique und Spaniens Torwart Iker Casillas im Nachsetzen. „Normalerweise bin ich nicht der typische Torjäger“, sagte Fernandes mit einem Grinsen. „Ich war selbst überrascht, dass der Ball plötzlich im Tor lag.“

Die Schlussoffensive überstanden die Schweizer schadlos. Kurz vor Ende kam auch 96-Profi Mario Eggimann zu seinem WM-Einsatz und durfte sich ebenfalls als Sieger fühlen.

Ulli Brünger