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WM 2010 Shakira gibt WM-Segen - Löw kennt kein Pardon
Sportbuzzer Themen WM 2010 Shakira gibt WM-Segen - Löw kennt kein Pardon
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12:17 07.06.2010
23 Spieler, der Trainer- und Betreuerstab, Popstar Shakira (Foto) waren auf dem Lufthansa-Sonderflug LH2010 gebucht. Quelle: ap
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„Wir würden uns freuen, wenn wir Sie am 12. Juli mit diesem Flugzeug wieder abholen könnten - als Weltmeister. Also Jungs, reißt Euch zusammen“, sagte Raps am frühen Montagmorgen zu Philipp Lahm & Co.

Auch Pop-Star Shakira wünschte „Deutschland das Beste beim Weltcup“. Der prominenteste Fluggast wandte sich überraschend während der Langstrecken-Premiere des ersten Airbus 380 der Lufthansa über das Bordmikrofon an die Mannschaft sowie die rund 150 mitgereisten Fans. „Ihr habt ein tolles Team“, verkündete die Kolumbianerin in englischer Sprache - spontan brandete Beifall auf.

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Nach etwas mehr als zehnstündigem Flug erreichte die DFB-Auswahl bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen planmäßig um 7.15 Uhr ihren Zielort Johannesburg. „Es war ein tolles Erlebnis, den ersten Flug mit dem A380 mitzumachen“, erklärte Löw: „Es war sehr bequem und ein angenehmes Ambiente.“ Nicht nur Löw war das geringe Fluggeräusch in der Kabine des doppelstöckigen Riesenfliegers als „besonders angenehm aufgefallen“.

Gleich nach der Ankunft im WM-Land ging es für das Team weiter zum Hotel Velmoré Grand nahe Pretoria, das der DFB bis zum Finale am 11. Juli komplett für sich gebucht hat. Dort wurde der rund 70-köpfige Tross von den Angestellten mit Deutschland-Fähnchen sowie dem lautstarken Klang der Vuvuzelas empfangen. „Es hat auf Anhieb gezeigt, mit welch großer Begeisterung die Südafrikaner Gastgeber dieses WM-Turniers sind“, sagte Löw zum „großartigen Empfang“.

Groß ausruhen vom Nachtflug konnten sich die Spieler nicht, denn Löw kannte kein Pardon: Nur neun Stunden nach der Landung setzte er für den Nachmittag die erste Trainingseinheit an. „Ich spüre in der ganzen Mannschaft, alle wollen etwas erreichen“, sagte der 50- Jährige. Er selbst verdrängt alle Gedanken, dass die WM seine letzte Dienstreise als Bundestrainer sein könnte. „Daran habe ich keine Sekunde gedacht in den vergangenen Wochen. Was nach der WM ist, interessiert mich im Moment nicht. Jetzt habe ich eine Aufgabe zu bewältigen mit der Mannschaft. Da sind andere Dinge für mich nicht wichtig“, unterstrich Löw.

„Alle freuen sich, auch die Begebenheiten vor Ort kennenzulernen und sich selbst ein Bild machen zu können vom WM-Gastgeberland Südafrika“, berichtete der Chefcoach. Das erste Training im Super Stadium von Atteridgeville sollte darum öffentlich sein. Bis zu 20 000 Zuschauer wurden in Pretoria erwartet, wie Teammanager Oliver Bierhoff vorab berichtete. „Wir wollen den Südafrikanern gleich zeigen, dass wir gerne hier sind“, erläuterte der Manager.

Ernst wird es für die deutsche Elf am kommenden Sonntag in Durban gegen Australien. Mindestens zwei Positionen in der Startformation sind noch offen. Beim Linksverteidiger und im rechten Mittelfeld hat sich Löw noch nicht öffentlich festgelegt. Zudem erhöhte er den Druck auf den noch gesetzten Mittelstürmer Miroslav Klose. „Miro ist ein Wettkampfspieler, aber ihm fehlt die Praxis. Miro muss kämpfen“, sagte Löw der „Bild“-Zeitung (Montag) und lobte zugleich Kloses Konkurrenten Cacau und Mario Gomez. „Cacau hat gute Länderspiele gezeigt. Mario ist in sehr, sehr guter Form. Er ist so gut, wie ich ihn bei Bayern noch nie gesehen habe.“

Die Spieler können den Startschuss kaum noch erwarten. „Es ist eine extreme Vorfreude da“, erklärte Bastian Schweinsteiger. Auf dem Sonderflug „LH 2010“ konnte es sich Pop-Diva Shakira, die den offiziellen WM-Song „This Time for Africa“ singt, in der First Class bequem machen. Löw und seine Kicker mussten mit dem Luxus der Business Class vorlieb nehmen. Dort verwöhnte sie DFB-Koch Holger Stromberg mit einer Menü-Auswahl aus Rolo vom Landhuhn und auf der Haut gebratenem Zander.

Etliche Spieler machten es sich auf ihrem zwei Meter langen, flexibel einstellbaren Schlafsitz gemütlich und verschliefen so im wahrsten Sinne des Wortes den ruhigen Flug, der mit über 900 Stundenkilometern unter anderem über die Sahara führte. Das größte Passagierflugzeug der Welt schwebte in mehr als 10 000 Metern Höhe sanft durch die Lüfte. „Wir sind heute relativ leicht“, berichtete Flugkapitän Raps: „Wir wiegen knapp über 500 Tonnen.“ 165 Tonnen Kerosin waren getankt worden.

Im Unterdeck des 528 Fluggäste fassenden neuen Flaggschiffs der Lufthansa reisten auch rund 150 Fußballfans und etliche Journalisten mit. Ihnen gab Kapitän Lahm in mehreren eingespielten Filmchen als Steward Anweisungen, wie man sich an Bord des „Airboss“ zu verhalten hat: „Bitte starten Sie die La-Ola-Welle erst, wenn die Anschnallzeichen erloschen sind“, sagte Lahm. Das Kicken an Bord sei auch in den Waschräumen zu unterlassen, erläuterte der DFB-Kapitän.

dpa