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WM 2010 Überfälle und Busunglück: Sicherheits-Debatte ist Topthema
Sportbuzzer Themen WM 2010 Überfälle und Busunglück: Sicherheits-Debatte ist Topthema
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17:23 10.06.2010
Praktisch über Nacht ist die Sicherheits-Debatte bei der Fußball-WM zum Topthema geworden. Quelle: dpa
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Auch ein Mitarbeiter einer südkoreanischen TV-Gesellschaft wurde ausgeraubt. Südafrikas Regierung reagierte mit einem weiteren Appell an die WM-Touristen, Vorsicht walten zu lassen.

In dem Fall der Nacht zum Mittwoch beraubten Medien-Vertreter meldete die Polizei einen ersten Fahndungserfolg: Sie nahm am Donnerstag vier Männer fest, die zwei Portugiesen und einen Spanier in deren Lodge überfallen hatten.

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Zwei britische Studentinnen sind am Donnerstag bei einem Busunglück ums Leben gekommen. Bei dem Unfall nahe des WM-Spielorts Nelspruit im Osten von Johannesburg wurden 20 weitere Personen verletzt. Der Bus war laut Polizeisprecher Vishnu Naidoo von der Straße abgekommen. Die Verletzten seien in nahe liegende Krankenhäuser gebracht worden. Keiner befinde sich in Lebensgefahr.

Bereits Dienstagnacht war die griechische Nationalmannschaft Opfer eines Diebstahls geworden. Unbekannte brachen in die Zimmer von drei Spielern im Beverly Hills Hotel in Umhlanga Rocks bei Durban ein und stahlen 1600 Euro. Das teilte die südafrikanische Polizei am Donnerstag mit. Unter den Bestohlenen soll nach griechischen Medienberichten auch der Nürnberger Angelos Charisteas sein.

„Mehrere bewaffnete, schwarze Männer“ hatten der Pekinger Zeitung nach am Mittwoch das am Straßenrand stehende Fahrzeug der Chinesen umringt, die Journalisten massiv bedroht und gezwungen, ihnen eine Kamera im Wert von etwa 10.000 Yuan (1217 Euro) auszuhändigen. Das Blatt berichtete, es gebe unbestätigten Berichte von einem weiteren ausgeraubten chinesischen Reporter. Der 38 Jahre alte Mitarbeiter des koreanischen TV-Senders soll der Website der burischen Zeitung „Beeld“ zufolge auf einer Toilette in Johannesburg überfallen worden sein. Er habe Bargeld und Pass aushändigen müssen. Südafrikas Polizei konnte bis Donnerstagnachmittag die Berichte nicht bestätigen.

Südafrikas Regierung mahnte am Donnerstag die WM-Touristen erneut zur Vorsicht. „Wir appellieren an Bürger und Besucher, vorsichtig zu sein, um ihrer eigenen Sicherheit willen“, sagte Regierungssprecher Themba Maseko. 190.000 Polizeibeamte seien derzeit in Südafrika im Einsatz, 40.000 von ihnen nur zum Schutz der WM abgestellt.

Die meisten Außenministerien westlicher Länder empfehlen den Fans in Südafrika, vor allem abends und nachts nicht allein durch die Städte zu gehen, abgelegene Viertel und Townships nachts zu meiden und nicht auffällig Wertsachen mit sich zu tragen.

Die Polizei nahm vier Männer fest, die Journalisten aus Spanien und Portugal ausgeraubt haben sollen. Er hoffe, dass die schnelle Reaktion der südafrikanischen Sicherheitskräfte „das Vertrauen wiederherstellt“ und die WM-Gäste „dieses wundervolle Land und das schöne Spiel genießen können“, meinte Polizeiminister Bheki Cele. Die Festnahme der Verdächtigen habe zur Sicherstellung der meisten gestohlenen Gegenstände geführt, berichtete Celes Sprecherin Nonkululeko Mbatha.

dpa

10.06.2010
Heiko Rehberg 09.06.2010
Heiko Rehberg 09.06.2010