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WM 2010 „Waka Waka“ und „Gloryland“: Wie WM-Songs wirklich wirken
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12:18 14.06.2010
„Waka Waka (This Time for Africa)“: Shakira wird den WM-Titelsong auch bei der Abschlussfeier am 11. Juli singen. Quelle: dpa
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Alle vier Jahre wieder gehört auch Beiwerk zur WM. Maskottchen zum Beispiel. Oder ein offizielles Musikstück. Zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat der Weltverband FIFA das Lied „Waka Waka (This Time for Africa)“ ausgesucht. Die Kolumbianerin Shakira (33) hat den Pop-Song zusammen mit der südafrikanischen Band Freshlyground aufgenommen.

Shakira präsentierte das Lied am Vorabend der WM-Eröffnung beim großen Konzert in Johannesburg und wird den „Titelsong“ auch bei der Abschlussfeier am 11. Juli singen. In den deutschen Charts steht der Hit in dieser Woche bereits auf Platz vier.

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„Eine simple Mitsing-Melodie, dazu Bum-Bum-Gestampfe und ein paar Ethno-Elemente, die entfernt an den Austragungsort des Turniers erinnern“, kommentierte die „Süddeutsche Zeitung“ diese Woche und fragte: „Wieso ist Shakira, eine Pop-Multimillionärin mit Wohnsitz auf den Bahamas, Tochter eines libanesisch-amerikanischen Vaters und einer spanisch-kolumbianischen Mutter, eigentlich Afrika?“

Bei der WM 1990 in Italien sangen noch Einheimische den offiziellen Song: Gianna Nannini schmetterte damals „Un estate italiana“ (Ein italienischer Sommer). 1994 in den USA hieß das FIFA- Lied „Gloryland“ und kam von Daryl Hall und Sounds of Blackness. Für die WM 1998 in Frankreich sang der Latino-Popsänger Ricky Martin sein „La Copa de la Vida“. 2002 durfte dann in Japan und Südkorea die Soulsängerin Anastacia („Boom“) ran.

Für Deutschlands „Sommermärchen“-WM 2006 hatte die FIFA übrigens „The Time of Our Lives“ vom Klassik-Pop-Quartett Il Divo ausgesucht. Kaum jemand aber dürfte sich noch an dieses Werk erinnern. Viele Menschen haben eher die ebenfalls von der FIFA in Auftrag gegebene WM-Hymne „Zeit, dass sich was dreht“ von Herbert Grönemeyer im Ohr oder aber das Pfeif-Lied „Love Generation“ von Bob Sinclair. Mitgröl- Renner war aber vor allem “’54, ’74, ’90, 2006“ von der deutschen Indie-Rock-Band Sportfreunde Stiller. Die Nationalmannschaft hörte zu ihrer Erbauung vor jedem Spiel „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo.

Apropos Nationalelf: Deutsche WM-Fußballer sangen früher auch selbst, wie sich noch viele Fans erinnern können. 1974 griffen sie das erste Mal zum Mikrofon. Ermutigt von Franz Beckenbauers herrlich schrägem Sprechgesang „Gute Freunde kann niemand trennen“, der erst lange nach seiner Veröffentlichung 1966 Kult-Status in Fan-Kurven erlangte, trat die WM-Elf von 1974 erstmals als Kicker-Chor in Erscheinung. „Fußball ist unser Leben“ hieß das schmissige Lied, passend zum folgenden WM-Sieg. Vier Jahre später trällerten die Fußballer mit Udo Jürgens „Buenos dias Argentina“. Das Lied verkaufte sich besser als die DFB-Elf in Südamerika.

Vier Jahre später hieß der Vorsänger Michael Schanze - bei „Olé España“ konnte der Background-Chor heterogener kaum sein. Bundestrainer und rheinische Frohnatur Jupp Derwall schmetterte fast vehementer als Torwart Toni Schumacher - andere bewegten nur ein bisschen die Lippen und schienen wenig textsicher. „Mexico mi amor“ sang Peter Alexander 1986. Pierre Littbarski, Lothar Matthäus und Co sangen in Poncho und Sombrero leise mit.

1990 durfte erneut Udo Jürgens ran. „Wir sind schon auf dem Brenner, wir brennen schon darauf“ klang angesichts vieler Italien- Legionäre etwas merkwürdig. Doch der Erfolg gab ihnen recht: Es reichte zum WM-Titel.

Vier Jahre später betrat der damals doch recht konservative DFB musikalisches Neuland. Passend zu den USA sangen die Village People auf Englisch „Far Away in America“. Umringt von der Schwulen-Band aus der Disco-Zeit der 70er, in Indianer- und Polizisten-Kostüm, sahen beispielsweise Mario Basler und Berti Vogts etwas deplatziert aus. Seit den 90ern gab es keinen selbstgesungenen WM-Song der deutschen Kicker mehr.

In diesem Jahr biedert sich dem deutschen Team übrigens Bushido an. Der Rüpel-Rapper hat zusammen mit Kay One das Lied „Fackeln im Wind“ geschrieben, das nun vor jedem Spiel in der Mannschaftskabine gespielt werde, zeigte sich Bushido stolz. „Für mich ist es eine große Ehre, einen Song für die Nationalmannschaft machen zu dürfen.“ Unter anderem heißt es darin: „Wir hol’n uns den Pokal und das zum vierten Mal.“

dpa

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