Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
WM 2010 Wayne Rooney rastet wieder einmal aus
Sportbuzzer Themen WM 2010 Wayne Rooney rastet wieder einmal aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:03 09.06.2010
Nicht immer so friedlich wie auf diesem Bild: Wayne Rooney. Quelle: afp
Anzeige

Letzte Warnung für Hitzkopf Wayne Rooney: Nach einem Verbal-Ausraster im WM-Abschlusstest macht sich England neue Sorgen um seinen Sturm-Vulkan. „Er muss lernen, sein Temperament zu kontrollieren. Er könnte bei der Weltmeisterschaft vom Platz fliegen, wenn er Schimpfworte wie diese benutzt“, drohte der südafrikanische Schiedsrichter Jeff Selogilwe. Rooney hatte den Referee beim 3:0 der „Three Lions“ gegen den lokalen Fußball-Erstligisten Platinum Stars beschimpft und war gerade noch mit Gelb davongekommen.

„Wenn er schon in so einem unwichtigen Spiel ausflippt, wenn auch nur kurz, was wird er tun, wenn es um den WM-Pokal geht?“, fragte die BBC in böser Vorahnung am Dienstag. Beim bislang letzten WM-Auftritt der Engländer 2006 im Viertelfinale gegen Portugal hatte Rooney Rot gesehen, nachdem er Ricardo Carvalho getreten hatte. Nun fürchtet das Fußball-Mutterland neue Eskapaden des 24-Jährigen, auf dessen Schultern die Titel-Hoffnungen der Nation ruhen.

Anzeige

„Er ist ein toller Spieler, wenn man ihn im Fernsehen sieht. Aber auf dem Platz beleidigt er immerzu die Schiedsrichter“, erklärte Referee Selogilwe. Rooney habe das „F-Wort“ verwendet, berichtete der Unparteiische, der sich „tief enttäuscht“ zeigte. Kurz zuvor war der bullige Torjäger von Manchester United bereits mit Gegenspieler Kagiso Senamela aneinandergeraten.

Co-Trainer Stuart Pearce redete Rooney danach aufgeregt ins Gewissen. Immerhin fand „Roo“ nach dem Schlusspfiff seine guten Manieren wieder und schenkte Selogilwe als Geste der Entschuldigung sein Trikot. Heiß ist Rooney in jedem Fall auf das Turnier. „Ich kann es nicht erwarten. Wir sind bereit“, sagte er. „Er hat Feuer im Bauch. Wenn man ihm das nimmt, ist er nicht mehr derselbe Spieler“, meinte Teamkollege Jermain Defoe.

Zuletzt schien Rooney ohnehin ruhiger geworden zu sein. Nach der Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin Coleen und der Geburt seines Sohnes im vergangenen November wirkte der 60-malige Nationalspieler gereift. „Er ist viel erwachsener geworden“, beteuerte Vize-Kapitän Frank Lampard jüngst.

Das US-Team, am Samstag erster WM-Gegner der Engländer, will dennoch versuchen, Rooney aus der Fassung zu bringen. „Die Mannschaft weiß, dass sie versuchen muss, Rooney aufzuziehen. Wir wollen ihm den Tag so schwer wie möglich machen“, sagte Verteidiger Jay DeMerit.

Nationaltrainer Fabio Capello kann diese Debatte gar nicht gefallen. Nach dem dürftigen Auftritt seiner Schützlinge gegen die Platinum Stars am Montagabend war der Italiener schon sauer genug. „Ich weiß, es ist ein Freundschaftsspiel für einen guten Zweck. Aber es ist auch ein Fußballspiel - und ihr fangt besser endlich an, es auch so zu behandeln“, soll der 63-Jährige in der Pause geschimpft haben. Dennoch gab Capello seinem Team am Dienstagnachmittag wie geplant frei - die „Three Lions“ gingen auf Safari.

dpa