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WM 2010 Weltverband gesteht Pannenpfiffe der Schiedsrichter ein
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14:05 27.06.2010
Umstritten: Der spanische Schiedsrichter Alberto Undiano verärgerte das DFB-Team mit einem Gelb-Konzert gegen Serbien. Quelle: dpa
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Unverständliche Karten-Willkür, unerträgliches Show-Gehabe: Die Schiedsrichter waren bislang das schlechteste „WM-Team“ in Südafrika. Nach langem Schweigen hat nun sogar die FIFA erschreckend schwache Auftritte ihrer WM-Referees eingestanden. „Es gab Entscheidungen, die keine guten Entscheidungen waren“, sagte Generalsekretär Jêrome Valcke in Johannesburg. Die für einen Top-Funktionär ungewöhnlich klare Wortwahl, macht deutlich, dass auch in der Führungsetage des Fußball-Weltverbands bis hin zu Präsident Joseph Blatter die diffizile Thematik mit Sorge betrachtet wird. Notwendige Reformen soll es aber frühestens nach dem Turnier in Südafrika geben.

„Wir haben keine Zeit, Veränderungen sofort einzuführen. Das kann für die WM 2014 passieren“, sagte Valcke. Dem oft geforderten Video- Beweis oder Chip im Ball erteilte er aber gleich eine Absage. „Das steht nicht zur Debatte“, sagte er. Stattdessen plädierte der Franzose für die Einführung der in der Europa League getesteten Tor- Assistenten auch bei WM-Turnieren. „Wir könnten dem Schiedsrichter helfen, wenn ihn mehr Augen unterstützen.“

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Aus aller Welt hagelt es derweil weiter Kritik an den 29 WM- Unparteiischen. Auch der neue deutsche Referee-Chef, Herbert Fandel, zeigte sich irritiert. „Die Schiedsrichter-Leistungen haben sich stabilisiert, aber es gab eine verblüffende Phase während der WM mit bemerkenswert negativen Leistungen. Das muss man eingestehen“, sagte Fandel am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Immerhin der deutsche WM-Referee Wolfgang Stark bekam für seine drei Auftritte am Kap gute bis befriedigende Noten. Einen richtigen Klops leistete er sich im Gegensatz zu vielen Kollegen nicht.

„Bei einer Weltmeisterschaft sollen die besten Schiedsrichter pfeifen, die auch in den großen Ligen aktiv sind, und nicht Referees, die irgendwo am Strand pfeifen“, forderte Schweiz-Coach Ottmar Hitzfeld. Neuseelands Kapitän Ryan Nelsen wunderte sich: „Wenn das die besten Schiedsrichter sind, die die FIFA zu bieten hat, will ich nicht die schlechtesten sehen.“

Sorge sollte der FIFA machen, dass einige haarsträubende Fehlurteile nicht von Referees aus Fußball-Entwicklungsländern getroffen worden. Auch die Top-Schiedsrichter aus Europa und Amerika waren nicht vor Pannenpfiffen gefeit. Und schlimmer: Die klare Linie fehlte. Spaniens Karten-Meister Alberto Undiano verärgerte in der Partie das DFB-Team mit einem Gelb-Konzert. EM-Finalreferee Roberto Rosetti, der Belgier Frank de Bleeckere oder der Mexikaner Marco Rodriguez stehen längst für ein anderes, unangenehmes Schiri- Verhalten: Mit affektierten Gesten und übertriebenem Gehabe stellen sie sich für den Geschmack vieler Fußball-Fans zu sehr in den Mittelpunkt.

Wie es besser geht, zeigte ausgerechnet der Schiri-Nobody Rawschan Irmatow. Der Usbeke leitete nicht nur das Eröffnungsspiel, für das er völlig überraschend nominiert wurde, souverän. Auch bei seinen beiden weiteren Einsätzen agierte er unaffektiert und konsequent. Plötzlich gilt der 32-Jährige als Top-Kandidat für das Finale.

Überraschende Unterstützung für ihre Linie bekommen die Referees von Medizinern. FIFA-Chefarzt Jiri Dvorak lobte am Sonntag die Unparteiischen. „Das strikte Einschreiten der Schiedsrichter bei schweren Fouls, die beispielsweise zu Verletzungen im Kopf- oder Nackenbereich führen, führt zu einem Rückgang der Verletzungen“ sagte Dvorak, „wir haben weniger Hals- und Rückenverletzungen. Wir haben die Schiedsrichter besonders aufmerksam gemacht, solche Fouls mit Rot zu bestrafen.“

dpa

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