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UBC Hannover Tigers Auf Ochsentour durch die Basketballprovinz
Sportbuzzer UBC Hannover Tigers Auf Ochsentour durch die Basketballprovinz
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23:25 27.01.2011
Dirk Bauermann führt bei den Bayern Regie. Quelle: Handout
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Als Uli Hoeneß und Paul Breitner Anfang der siebziger Jahre gemeinsam zum FC Bayern München wechseln und dort ihre Fußballkarriere beginnen, teilen sie sich nicht nur eine Wohnung, die beiden Jugendlichen teilen auch die Begeisterung für Basketball. Bei den Heimspielen ihrer korbjagenden Vereinskollegen sind sie Stammgäste. Später wechselt Breitner zu Real Madrid, das schon zu jener Zeit im Fußball und im Basketball zum Besten in Europa zählt. Bei gemeinsamen Länderspielreisen schwärmt Breitner von den madrilenischen Basketballern, und wahrscheinlich gefällt dem früheren Basketball-Schulmeister Hoeneß schon zu jener Zeit die Idee, den FC Bayern München irgendwann einmal zu einer ähnlich guten Adresse in seinen beiden Lieblingssportarten zu machen. Jetzt, als Vereinspräsident, hat er die Zeit und die Kompetenz dazu. Wie stark die Bayern auch im Basketball auf dem Vormarsch sind, kann das hannoversche Publikum am Freitag (19 Uhr, Einlass: 17.30 Uhr) in der AWD-Hall beim Gastspiel der Münchener in der 2. Bundesliga Pro A beim UBC beobachten.

Der große Angriff auf die bisherige Basketballelite wurde verbal bereits zu Saisonbeginn mit dem verkündeten Saisonziel Aufstieg in die 1. Bundesliga eingeläutet. Anschließend ging es mit frischen 1,5 Millionen Euro aus der Klubkasse ganz nach hoeneß’scher Tradition auf Einkaufstour: Zunächst wurde Bundestrainer Dirk Bauermann als Projektleiter angeworben, anschließend unterzeichneten mit Steffen Hamann, Demond Green, Darius Hall, Robert Green, Artur Kolodziejski und Aleksandar Nadfeji reihenweise Erstligaprofis. „Sie haben eine großartige Mannschaft mit zehn herausragenden Spielern“, sagt UBC-Trainer Michael Mai. So steht der FC Bayern nach 16 Siegen in 17 Spielen dort, wo er nach eigenem Bekunden sowieso hingehört: an der Tabellenspitze, wenn auch vorerst nur in der 2. Liga.

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Natürlich ist Bauermann Sportsmann genug, um vor dem Spiel in Hannover von einer weiteren „schweren Aufgabe“ zu sprechen. Eigentlich aber wollen sie alle die „Ochsentour Pro A“ (Bauermann) bloß so schnell wie möglich hinter sich bringen. Der Großklub reist nur deshalb ein Jahr lang durch die deutsche Basketballprovinz, weil die Verantwortlichen das große Ganze im Blick haben: Basketball in München als zweite Sportart zu etablieren. Dafür hat man im Sommer sogar auf eine geschenkte Lizenz der 1. Liga verzichtet. Statt im Oberhaus im Mittelmaß zu versinken, will der Verein mit erfolgreichem Basketball im Unterhaus Werbung in eigener Sache machen. „Die absolut richtige Entscheidung“, findet Bauermann. 3250 Zuschauer im Schnitt bei den Heimspielen sind ein respektabler Anfang.

Sollte der Aufstieg im Sommer gelingen, will der ehrgeizige Trainer dann die nationale Spitze angreifen. In sechs bis acht Wochen soll die Entscheidung von der Vereinsführung getroffen werden, ob im großen Stil Geld in die Basketballsparte investiert wird. Für Bauermann ist es eine „historische Chance“. Nicht nur für den Klub, sondern für die gesamte Sportart. „In Deutschland gibt es keine größere Sportorganisation als den FC Bayern München, wir würden medial sehr viel Öffentlichkeit erlangen.“

Genau darauf hoffen auch die Basketballmanager der Republik. Sie sehen in dem süddeutschen Riesen keinen neuen übermächtigen Serienmeister, sondern einen Imageträger für die ganze Liga. Und insgeheim hoffen sie alle auf den ganz großen Coup der Bayern: eine Verpflichtung von Dirk Nowitzki. Unmöglich scheint das nicht. In der nordamerikanischen Profiliga NBA droht im Herbst ein Spielerstreik, vielleicht fällt deshalb sogar die gesamte Saison aus. Nowitzki müsste sich dann irgendwo fit halten. „Natürlich hat diese Überlegung Charme“, sagt Bauermann zu einem Engagement des deutschen Weltklassebasketballers. Es würde den FC Bayern endgültig auf eine Stufe mit Real Madrid heben.

Patrick Hoffmann

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