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Sportbuzzer 100 Sekunden fehlen: Raelert schnuppert am Triumph
Sportbuzzer 100 Sekunden fehlen: Raelert schnuppert am Triumph
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15:56 10.10.2010
Belegte knapp den zweiten Platz beim Ironman: Andreas Raelert. Quelle: dpa
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Der Tag auf Hawaii gehörte noch einmal Ironman-Ikone Chris McCormack, die Zukunft im Triathlon heißt aber Andreas Raelert. Nach Platz drei im Vorjahr schnupperte der deutsche Shootingstar am Samstag (Ortszeit) bereits bei seinem zweiten Start beim Ironman-Klassiker am ganz großen Triumph, am Ende musste er aber doch noch einmal der größeren Erfahrung des Australiers Tribut zollen. Genau 100 Sekunden fehlten Raelert nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,198 Kilometern Laufen zum Sieg beim härtesten und prestigeträchtigsten Langdistanz-Rennen der Welt. McCormack sicherte sich nach 8:10:37 Stunden seinen zweiten Erfolg auf Hawaii.

„Ich bin absolut zufrieden mit meinem zweiten Platz und fühle mich wie ein Champion. Diesen Moment werde ich nie vergessen“, meinte Raelert, nachdem er im Ziel wieder zu Kräften gekommen war. Timo Bracht als Sechster und Faris Al-Sultan auf Platz zehn komplettierten das starke Ergebnis aus deutscher Sicht. Der zweimalige Champion Normann Stadler lag lange ebenfalls gut im Rennen, wurde dann aber von Krämpfen geplagt und nur 34.

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Bei den Frauen gewann die Australierin Mirinda Carfrae in 8:58:36 Stunden, nachdem Titelverteidigerin Chrissie Wellington kurzfristig wegen einer Krankheit abgesagt hatte. Carfrae nutzte die Gunst der Stunde und errang ihren ersten Hawaii-Sieg vor der Schweizerin Caroline Steffen und der Engländerin Julie Dibens. Die Hannoveranerin Sandra Wallenhorst wurde disqualifiziert, weil sie auf der Radstrecke eine Abkürzung benutzt hatte. Als beste deutsche Starterin kam die Regensburgerin Sonja Tajsich in 9:35:25 Stunden auf Platz 14.

McCormack genoss den nur von wenigen erwarteten Triumph in vollen Zügen. Mit Handküssen für das Publikum und geballter Faust feierte der 37-Jährige seinen Sieg, der zugleich eine Revanche für die bittere Niederlage beim Ironman Germany im Juli war. „Andreas hat uns in Frankfurt alle wie Idioten aussehen lassen“, meinte McCormack nach dem spektakulären Wettkampf. „Als er mich eingeholt hat, haben wir die Hände geschüttelt und ich habe ihm gesagt: Egal was passiert, du bist ein Champion“, beschrieb er die Situation vier Meilen vor dem Ziel.

Raelert zeigte bei glühender Hitze eine beeindruckende Vorstellung. Der 34 Jahre alte Schwimmspezialist kam mit allen Topfavoriten aus dem Wasser und drückte auch auf dem Rad aufs Tempo. Beim abschließenden Marathon wirkte der Rostocker ebenfalls noch frisch und schloss wenige Kilometer vor dem Ziel zu McCormack auf. Der psychologische Vorteil schien nun aufseiten des Deutschen zu liegen. In der entscheidenden Szene zeigte sich der australische Routinier aber dann doch noch abgezockter als der Himmelsstürmer aus Deutschland.

Während Raelert bei der letzten Verpflegungsstation ein letztes Mal zugriff, nutzte McCormack gerade diesen Moment zum entscheidenden Angriff. „Ich konnte nicht glauben, dass er dorthin gegangen ist. Für mich hieß es nur noch Augen zu und durch“, sagte der Erzrivale der deutschen Triathleten. „Als Chris angriff, hatte ich keine Kraft mehr für einen Konter. Ich musste richtig kämpfen, um überhaupt noch ins Ziel zu kommen“, gestand Raelert. Platz drei ging an den Belgier Marino Vanhoenacker vor Titelverteidiger Craig Alexander (Australien).

dpa