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Sportbuzzer 18.000 Besucher kommen zum 96-Renntag
Sportbuzzer 18.000 Besucher kommen zum 96-Renntag
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00:15 20.05.2015
Mit Siegerfaust: Steven Cherundolo gewinnt den Minitraber-Cup vor Jörg Sievers. Quelle: Florian Petrow
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Langenhagen

Ein bisschen wackelig sah das zunächst schon aus, als sich Steven Cherundolo mit Fleckchen auf den Weg machte. Doch dann kamen der Co-Trainer von Hannover 96 und sein Pony beim Minitraber-Cup auf den letzten Metern richtig in Fahrt und überquerten als Erste die Ziellinie. Cherundolo hätte sicherlich nichts dagegen, wenn auch der Schlussspurt von Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga so erfolgreich verlaufen würde wie sein Auftritt am Nachmittag beim 96-Renntag auf der Neuen Bult. „Dreimal bin ich hier schon gestartet, das war mein erster Sieg. Vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen“, sagte der Rekordspieler der „Roten“, der sich vor Torwartrainer Jörg Sievers, dem U17-Trainer von 96, Christoph Dabrowski, und U19-Coach Daniel Stendel durchsetzte.

Die Rennsaison auf der Neuen Bult hat begonnen. Zum Saisonauftakt kamen zahlreiche Zuschauer und Prominente auf die Rennbahn.

Natürlich war der 2:1-Erfolg der „Roten“ in Augsburg Gesprächsthema Nummer eins auf der Rennbahn in Langenhagen. Für den Saisonauftakt, bei dem das befürchtete Verkehrschaos ausblieb, weil viele der 18 200 Besucher den Bus-Shuttle nutzten und sich zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg zur Rennbahn machten, hatte sich Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins (HRV), einen „unbeschwerten Renntag“ gewünscht. Da half dem 96-Anteilseigner der erste 96-Sieg in diesem Jahr, denn auch der sorgte dafür, dass die Stimmung rund um die Rennbahn locker und gelöst war. Und dass bei den Autogrammstunden die aktuellen 96-Stammspieler fehlten, störte die vielen jungen Fans auch nicht. „Meine Lieblingsspieler sind Ron-Robert Zieler und Lars Stindl“, sagte Paul Rüger, der im Zieler-Trikot in der langen Schlange geduldig wartete. „Aber ich freue mich auch auf ein Autogramm von Andre Hoffmann“, sagte der Neunjährige.

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So spannend wie der Abstiegskampf in der Bundesliga verliefen auch viele der insgesamt zehn Rennen. Bereits beim ersten Start gab es eine Überraschung, als sich der als Geheimtipp gehandelte Diplomat aus dem Gestüt Röttgen vor den Favoriten König Arte und Seewolf durchsetzte. Damit feierte auch Jockey Andie de Vries seinen ersten Sieg an diesem Tag. Nach der Siegerehrung hatte es der „fliegende Holländer“ allerdings sehr eilig, denn der 49-Jährige ging bei neun der zehn Rennen an den Start.

Einen Favoritensieg gab es hingegen beim Höhepunkt des Renntages. Quasillo dominierte das mit 55 000 Euro dotierte Rennen der Europagruppe III, das zudem eine wichtige Vorprüfung auf das Deutsche Derby war, das am ersten Julisonntag in Hamburg entschieden wird. Rennkommentator Sven Wissel sprach von „einer Trainingseinheit“, als Quasillo unter Jockey Eduardo Pedroza auf der Tribünenseite ganz locker am Feld vorbeigaloppierte. Lokalmatador Iraklion aus dem Stall von Christian Sprengel belegte den 4. Platz. Spannender verlief der „Große Preis von Rossmann“, bei dem Island Storm seine Führung tapfer bis ins Ziel verteidigte.

„Das war ein tolles Wochenende mit einem gelungenen Saisonauftakt“, sagte Baum. Lediglich bei 96-Trainer Michael Frontzeck muss der HRV-Präsident noch etwas Überzeugungsarbeit leisten. Zu Pferden habe er keine große Beziehung, sagte Frontzeck. „Haben Sie denn schon einmal auf einem Pferd gesessen?“, wollte Baum von dem 51-Jährigen wissen. Frontzeck Antwort: „Um Himmels Willen, nein!“

Kommentar: Der perfekte Familienausflug

Schwungvoller hätte der Aufgalopp in Langenhagen kaum sein können. Für viele Menschen in Stadt und Region haben die Renntage auf der Neuen Bult längst einen festen Platz im Terminkalender, der gemeinsame Nachmittag mit den Kindern auf der Rennbahn ist längst zum Familientreffen geworden. Auch bei durchwachsenem Wetter waren abseits des Geläufs überall Picknickdecken zu sehen, an der Rennbahn hatten die Eltern die Kleinen auf den Schultern, damit der Nachwuchs die rasenden Pferde mit bester Sicht aus unmittelbarer Nähe erleben kann.

„Wir sind eine Familienrennbahn“, betont Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins, immer wieder. Ein Konzept, das ankommt. Spannende Rennen, ein abwechslungsreiches und niveauvolles Rahmenprogramm sowie eine lockere Atmosphäre sorgen seit Jahren für zufriedene Besucher. Und die kommen gern wieder, weil hier alles passt für einen perfekten Familienausflug.

Auch für Hannover 96 gab es eine gute Nachricht. Die beeindruckende Besucherzahl zeigt, wie groß das Interesse an den Bundesligakickern ist. Auch in schlechten Zeiten.

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